Donnerstag, 19. Oktober 2017

Hanna Caspian / Kirschvilla

Klappentext
Isabell und ihre Großmutter Pauline treten ein Erbe in Köln an – Paulines Geburtshaus. Doch die alte Villa am Rheinufer birgt dunkle Geheimnisse. Bald sieht sich Isabell mit der Frage konfrontiert, ob ihr Liebesglück mit den Geheimnissen ihrer Familie zusammenhängt. Denn ausgerechnet Julius, Isabells neue Liebe, scheint tief in die schmerzliche Familientragödie verstrickt. Doch schließlich geben zwei Tagebücher aus den 1920er-Jahren, die die Zeit überdauert haben, Auskunft über die schockierenden Geschehnisse am Rheinufer – und über Wahrheiten, die niemand gerne über seine Familie erfährt.

Autorenporträt 
Hinter Hanna Caspian verbirgt sich eine erfolgreiche deutsche Autorin, die ihr Herz ans Rheinland verloren hat. Ihre Liebesromane behandeln spannende Themen der vergessenen deutschen Geschichte. Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften und Sprachen. Mit ihrem Mann wohnt und arbeitet sie dort, wo auch ihr neuer Roman spielt – in unmittelbarer Nähe zum Rhein.

Der Buchtitel klingt ein wenig trivial, ist es aber nicht. Habe allerdings gerade mal fünfzig Seiten gelesen. Mal schauen, wie sich die Thematik noch weiter entwickeln wird. 

Im Wechsel werden zwei unterschiedliche Perspektiven beschrieben. Eine historische Perspektive von 1924 aufwärts, und eine in der Gegenwart, 2014. Das finde ich gut und recht spannend.


Weitere Informationen zu dem Buch

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-41955-1
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Heyne

Erschienen: 12.09.2016




Dienstag, 17. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017


Gastland Frankreich

Freitag,   13.10.2017 
Sonntag, 15.10.2017

Freitag, 13.10.2017, 10:00 Uhr

Und wieder ist ein Jahr vergangen und wir befinden uns erneut auf der Frankfurter Buchmesse.
Ich war mit Tina und ihren Kindern da. Tina hatte für uns einen schönen Messeplan erarbeitet, dem ich mich vertrauensvoll angeschlossen habe, da wir beide doch ähnliche literarische Interessen haben. Durch einen ernsten Krankheitsfall in der Familie konnte ich mich dieses Jahr selbst gar nicht auf die Buchmesse vorbereiten, und auch nicht an allen Tagen, wie ich es vorhatte, daran teilnehmen. Es hätte auch noch schlimmer kommen können und bin deshalb doch froh und dankbar, dass ich wenigstens an zwei Messetagen, Freitag und Sonntag, da sein durfte. 
Wir waren um zehn Uhr schon da und konnten total relaxt die erste Lesung angehen, da sie erst um 11:00  Uhr begann. Wir lauschten Claus Cäser Zehrers Debüt Das Genie, eine Romanbiografie mit dem 
Fokus auf ein Erziehungsexperiment.

Bevor die Idee überhaupt entstanden ist, hat der Autor viel im Internet recherchiert, bis er auf die Persönlichkeit William James Sidis gestoßen ist, die 1898 bis 1944 in New York gelebt haben soll und über den bisher noch keiner geschrieben hat. Ein hochbegabtes Kind, das mit mehreren Muttersprachen konfrontiert wird. Die Eltern kamen einst aus Russland und emigrierten nach Amerika. Der Vater des Jungen sprach 27 Muttersprachen und er machte seinen Sohn durch spezielle Erziehungsmethoden zum Genie. Mit zwei Jahren wurde das Kind von den Eltern wie ein Erwachsener behandelt. Es beherrschte in diesem Lebensalter mehr als zwanzig Muttersprachen. Mit sieben Monaten

 hat das Kind die siebenjährige Grundschule durchlaufen, und mit acht Jahren besuchte es schon die High-School.

Der Vater des Jungen war ein Idealist, und preist an, dass man jedes Kind mit einfachen Erziehungsmethoden zu einem Genie machen könne. Die Welt brauche Genies. Wären alle Menschen Genies, dann gäbe es auch keine Kriege mehr. Der Vater war ein radikaler Pazifist, von Beruf Psychologe, lehnte aber die gesamten Freudtheorien ab.

Das Kind hat hohe gesellschaftliche und erzieherische Erwartungen zu erfüllen.
Kritische Fragen entstehen, ob dem Kind auch Sozialkompetenzen beigebracht wurden? Ist das Kind gesellschaftsfähig?

Eine Tragikomödie. Ein intelligentes und unterhaltendes Buch, satirisch, humorvoll.

Wir, Tina und ich, sind wahnsinnig neugierig auf dieses Buch geworden …  Ich habe es mir gleich in der Frankfurter Bahnhofsbuchhandlung nach dem Messebesuch gekauft.

Das Buch ist im Diogenes Verlag erschienen.

Danach sind wir ins Agora Lese-Zelt gegangen, um der Lesung der Jugendbuchautorin Ann-Katrin Heger zu folgen. Tinas Kinder waren daran interessiert. Die Jugendbuchautorin stellte ihr neustes Buch zu den drei Ausrufezeichen (!!!) vor. Ich selbst kenne diese Jugendbuchautorin nicht, und habe mir zu der Lesung keine Stichpunkte gemacht. Aber die junge Autorin wirkte recht sympathisch. 

Im Anschluss daran, 13:00 Uhr bis 13:20 Uhr, gingen wir zu Daniel Kehlmann, der sein neustes Buch Tyll im Spiegel-Forum vorgestellt und daraus gelesen hat. 

Tyll ist ein historischer Roman, der den Dreißigjährigen Krieg im 17. Jahrhundert behandelt hat.

Leitfigur: Tyll Uhlenspiegel, eine fiktionale Figur, die wenig mit Till Eulenspiegel zu tun hat. Es würde nur eine einzige Episode geben, die mit Till Eulenspiegel identisch sei, alle anderen seien fiktiv. 
Der Stoff: Es wird die Gewalt aus dem 17. Jahrhundert behandelt. Die damalige Gesellschaft sei sozialundurchlässig gewesen, z.B. ein Bauer würde
niemals einen Fürsten treffen, und ein Bäcker niemals einen Müller …

Daniel Kelhmann, deutsch-österreichischer Schriftsteller, lebt in New York. Er hatte 

 dort ein einjähriges Stipendium erhalten und an der Public Library recht ausführlich für seinen Stoff recherchiert, wo er Zugang zu allen Büchern hatte. Kehlmann habe an der New Yorker Universität einen Lehrauftrag erhalten und doziert dort deutsche Literatur.

Auf die Frage hin, in welchem Land seine Heimat sei, so antwortete er, in dem Land, in dem er geboren und seine Kindheit zugebracht habe, und das sei Wien.
In Amerika wird Kehlmann wiederholt auf die rechten Popolisten in Europa angesprochen. Das ist ist aus meiner Sicht nicht zu verstehen, wie wenig selbstkritisch und wie wenig politisch viele Amerikaner sind, und so macht Kehlmann sie darauf aufmerksam, dass die rechten Populisten nur 13% der Gesellschaft ausmachen würden, während die Mehrheit der Amerikaner Drump gewählt hätten. Anschließend sind wir auf einem interessanten Cartoon gestoßen. Wenn man genau auf das TRUMP-Schriftbild schaut, dann sind zwei K...cl. zu erkennen.  Am besten das Bild anklicken. 


Daniel Kehlmanns neustes Buch, das ich mir unbedingt anschaffen möchte, klingt wirklich recht spannend und macht sehr neugierig. 

Wir hatten noch etwas Zeit, bevor Tina und ich zur nächsten Lesung marschierten. In der Zwischenzeit haben sich Tinas Kinder recht kreativ betätigt. Auf einem Messetisch waren mehrere Schachteln Streichhölzer ausgelegt. Hier kann man das Kunstwerk der Kinder,  im Alter zwischen zehn und 13 Jahren, bewundern:


Nun trennten sich ganz ungewollt unsere Wege, da wir uns aus den Augen verloren haben. Ich lauschte Uwe Timms Ikarien im Lesezelt, während Tina zur Lesung von Robert Menasse ging, der aus Die Hauptstadt gelesen hat. So langsam ließ bei mir die Konzentration nach, weshalb ich aufgehört habe, mir Stichpunkte zu machen. 

Uwe Timm Ikarien
Vergangenheitsbewältigung

Ikarien ist Timms neustes Buch, aus dem der Autor lim ARD-Forum liest. Der Roman behandelt die Geschichte eines Jungen mit Down-Syndrom, der im Nationalsozialismus von den Eltern in einem Mietshaus vor den Nationalsozialisten versteckt wurde. Erst nach Kriegsende 1945 geht der Junge zum ersten Mal auf die Straße.
Fragen: Wie kommt es, dass die Nachbarn den Jungen nicht angezeigt 
haben? 

Und wieso habe der Autor mit der Veröffentlichung seines Buches solange benötigt? 1945 war das Land noch nicht ganz befreit, Befreiung galt nur für die Opfer. Auch dieses Buch möchten Tina und ich gemeinsam lesen. Wir sind sehr gespannt, wie sich das Buch lesen wird und ob mir der Stoff, wie er präpariert ist, zusagen wird.


Und nun geht es weiter mit Peter Wohlleben, s. u., der als Förster bekannt für seine Naturbücher ist. Zwei von seinen Büchern habe ich gelesen, und habe diese auch hier im Blog vorgestellt und besprochen. 



Leider kamen wir zu spät, habe mir zu seinem neuen Buch keine Notizen gemacht, dennoch fand ich es interessant, ihn live zu erleben und habe mir gleich sein neustes Werk vorgemerkt. Mal schauen, was ich noch zusammen bekomme: Wohlleben fordert Familien auf,  ihre Kinder bei den Waldspaziergängen nicht zur Ruhe zu ermahnen; im Gegenteil, sie sollen ihre Kinder eher ermuntern, laut zu sein, denn dann würden sich die Waldtiere sicher fühlen. Auf die Frage hin, welches Tier Wohlleben gerne sein würde, nannte er den Wolf, obwohl der Wolf in der Mythologie als der "böse Wolf" keinen guten Ruf genießt. Da Hirsche junge Bäume fressen würden, wären die Jungbäume durch den Wolf beschützt ... Und dann die Krähe, mit der Wohlleben gerne Kaffee trinken gehen würde, weil diese Rabenvögel sehr intelligente Vögel seien. 

Gastland Frankreich

Es hat uns nicht angesprochen. Wir fühlten uns von den vielen Holzregalen regelrecht erschlagen. Wir sind nicht lange geblieben. Auch Essen sind wir diesmal nicht gegangen, da die Franzosen nur Menüs in der Preisklasse zwischen 20,00 € und 30,00 € anzubieten hatten. Kleine Gerichte gab es keine. Das war uns zu teuer, und so haben wir auch hier das Gastland schnell wieder verlassen.  Aber in der Halle, in der die Franzosen gastierten, gab es kleine nationale Snacks wie Käse, Wurst ... und Weißbrot.

Gegen 17:00 Uhr fuhren wir am Freitag alle nach Hause. Tina hatte einen recht langen Anfahrtsweg von etwa zwei Stunden. Toll, dass sie trotzdem mit ihren Mädels gekommen ist. Das nennt man Bücherliebe und nun ist der Samen ganz sicher auch in ihren Kindern gelegt. 

Messebesuch am Sonntag, 15.10.2017, 9:50 Uhr




Da ich mit meinem Kopf nicht wirklich frei bin, noch immer Krankheitsfall in der Familie, habe ich beschlossen, heute keine Lesungen zu besuchen, sondern nur durch die Hallen zu schlendern. Ich suchte alle Verlage auf, die mich interessierten. Und schon damit ist die Zeit wie im Fluge vergangen. Bin, wie jedes Jahr auch, wieder auf so viele interessante Bücher gestoßen. Freue mich riesig darüber.

Als erstes ging ich nochmals zu den Franzosen. Nun wollte ich doch wissen, was war es
genau, was uns am letzten Freitag so abgeschreckt hat? Und bin dabei an interessante Stände gestoßen. Kinder, die für die BesucherInnen französische Cartoons mit verschiedenen Rollen ins Mikrophon lasen, fand ich sehr schön. Das waren Kinder aus dem Französischen Gymnasium, Lycee Francais Victor Hugo, das sich in Frankfurt am Main befindet. Das waren sehr junge Kinder, vielleicht gerade mal fünfte Klasse, und die perfekt französisch gesprochen haben. Wahrscheinlich kommen die Kinder von Haus aus aus zwei Sprachen. Auch befand sich ein Commic-Künstler darunter, s. Bild unten, die Kinder habe ich nicht fotografiert.



Ich habe mich weiter in der Halle umgeschaut, und so fand ich sehr schöne Plakate, die für den Schulunterricht hergestellt und didaktisch eingesetzt wurden. Auf jedem Plakat befand sich ein Buchstabe. Damit sollten die jüngeren Kinder das Alphabet lernen.



Foto links: Ein Baum voller Buchstaben, mit einem Denker unter der Krone. Das Foto rechts soll den Buchstaben V darstellen ... Weiter durch die Hallen ... Da heute Bücher verkauft werden durften, habe ich natürlich ordentlich zugegriffen. Mir fehlt jetzt noch ein Buch aus der Sammlung, das ich mir im Laden kaufen werde. Unbedingt möchte ich mir noch das Buch von Robert Menasse anschaffen. Auch dieses Werk Die Hauptstadt werden Tina und ich gemeinsam lesen. Es ist ein politisches Buch über Europa. Menasse liebt Europa, und bekennt sich zum Europäer, und geht in seinem Werk auf die Probleme und auf die Ressourcen Europas ein. 


Eine Lesung musste ich mir dann doch noch zumuten, auch wenn ich gar keine Bücher von diesem Autor lesen werde, da er hauptsächlich kriminalistische Bücher schreibt, und ich meist keine Krimis lese. Dennoch darf man neugierig sein und sich freuen, den Autor persönlich erleben zu dürfen, über den man ja schon viel gelesen hat. Stichpunkte habe ich mir keine gemacht. Der Autor wirkte sehr sympathisch, wie die anderen AutorInnen auch. Ich habe nicht eine einzige AutorIn auf der Buchmesse erlebt, die mir unsympathisch war. Die AutorInnen besitzen alle Charisma. 


Im Anschluss daran habe ich die ARD-Fotobox entdeckt. Kostenlos durfte man sich fototgrafieren lassen. Man bekam auch die Garderobe gestellt, mit deren Hilfe man sich zu verschiedenen Märchenfiguren hat kostümieren können. Für Kinder und für Erwachsene gleichermaßen. Das wäre etwas auch für Tinas Kinder gewesen ...  Ich habe mir zwei Fotos machen lassen, die ich aber hier nicht reinstellen möchte. Ich hebe sie mir für später zum Erinnern auf.


Und hier ein Link, der zu ARD-Fotobox führt.

Am letzten Freitag vermisste ich die vielen jungen Leute, die sich jedes Jahr für die Buchmesse kostümieren. Heute waren sie wieder da. Sie kommen meist nur an den Wochenenden, da es sonst wegen der hohen Eintrittspreise zu teuer werden würde. 

Wie schön, dass es diese maskierten BesucherInnen auf der Buchmesse gibt. Sie alle stellen verschiedene Literaturfiguren dar. Man bekommt immer den Eindruck, sie seien aus den Buchseiten herausgefallen, um sich auf eine temporäre Reise in einer Welt außerhalb des Buches zu begeben. Auch Literaturfiguren haben schließlich ihren Urlaub wohl verdient und möchten noch etwas anderes erleben als nur Buchiges 😂.



Das war es nun auf der diesjährigen Buchmesse 2017. Moment, meine Schätze muss ich hier noch reinstellen. 


Das kulte Comixbuch Tick, Trick und Track fand ich toll, da sich daran viele Kindheitserinnerungen festmachen lassen. Wir, meine Geschwister und ich, haben früher viele Micky Maus Heftchen gelesen. Jede Woche kamen neue heraus. Immer hat uns unsere Mutter welche mitgebracht, wenn sie von der Arbeit kam, und wir sie untereinander ausgetauscht hatten, wenn wir mit unserem Heft durch waren. Wir waren zu dritt, und kamen in den Genuss, drei Heftchen zu lesen. 

Die Ducks feiern dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum, deshalb diese schicke Sonderausgabe. Ich bin gar nicht so versessen drauf, das Buch gleich zu lesen. Ich wollte es nur haben. Irgendwann möchte ich es lesen, wenn der Zeitpunkt geeignet ist. 


Und dies waren nun meine Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse 2017. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr mit dem Gastland Georgien. 




Au revoir ... 




Montag, 16. Oktober 2017

Milan Meder / I hate you sweetheart

Klappentext
Macho versus Genie. Feuer gegen Wasser. Die Auseinandersetzungen und Machtkämpfe sind dramatisch. Ein größerer Gegensatz zwischen Mann und Frau ist nicht denkbar. Das sind die Gedanken von Johanna und Johannes. So denken auch ihre Freunde. Dann kommt die große Wendung. Johannes versucht Johannas Herz zu erobern. Johanna sträubt sich. Einen größeren und arroganteren Kotzbrocken gibt es für sie nicht.
Johannes ist bis zu einem gewissen Punkt hartnäckig. Er will sein Ziel erreichen.Johanna denkt nicht im Traum daran.In Johannes verändert sich etwas. Zufrieden mit jeder leichten Beute, beginnt er jetzt mit einem geduldigeren Kampf.Leider wird die Sache damit schlimmer.... wird er am Ende sein Ziel erreichen?

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Es ist eine Liebesgeschichte auf wenigen Seiten geschrieben. Gleich auf der ersten Seite beginnen die Dialoge dieser Geschichte. Es spricht eine junge Frau namens Johanna, vielmehr nimmt man an ihren Gedanken teil. Eine Studentin, die in ihrer Traumstadt Freiburg Pädagogik und Medizin studiert.

Sie wird Zeugin, als ein Medizinstudent von zwei anderen Männern verfolgt wird, und so bezeichnet sie diese beiden Verfolger als Machos, ohne die Hintergründe zu kennen. Sie zeigt sich hilfsbereit dem Opfer gegenüber. Sie stellt sich Fragen, weshalb der Student verfolgt wurde, und ob sie in eine Mobbingszene geraten sei oder ob die beiden nur ihre Aufmerksamkeit haben wollten?

Sie zeigt Zivilcourage und setzt sich für das Opfer ein. Doch die Fragen werden lediglich überhört, einer, namens Johannes, konstatiert stattdessen ihre Schönheit. Sie erwiderte ihm daraufhin, dass er ein schwanzgesteuertes Monster sei. Zwar hatte sich Johannes über diese Äußerung geärgert, aber er ging auf diese Beleidigung nicht ein, stattdessen stellte er sich mit seinem Vornamen vor.

Auf den folgenden Seiten finden abwechselnd die Erzählperspektiven zwischen Johanna und Johannes statt. Johanna mag eigentlich keine Machos, und Johannes mag nur schöne Frauen, er ist es gewöhnt, jede zu bekommen … Johannes bezeichnet sich selbst als einen Triebmenschen. So schlecht hat Johanna angeblich mit der Personenbeschreibung nicht gelegen, und das stimmt Johannes nachdenklich.

Sie begegnen sich sieben Jahre später erneut durch Zufall. Johanna ist mittlerweile mit ihrem Studium fertig und lebt in einer festen Beziehung. Ihre nächsten Pläne wären, wie die vieler anderer Menschen auch, den klassischen Weg einzuschlagen. Nach der Berufsausbildung heiraten, ein Haus bauen und Kinder bekommen.

Merkwürdigerweise fühlt sich Joanna nach diesem Treffen zu Johannes sehr stark hingezogen, und Johannes zu ihr. Was ist mit Johannas Emotionen los? Am Ende stellt sich heraus, weshalb Johannes und sein Mittäter den Studenten verfolgt hatten.


Wie hat mir diese kurze Liebesgeschichte gefallen?

So dramatisch fand ich die Geschichte jetzt nicht, und die Machtkämpfe, wie sie im Klappentext stehen, fand ich auch nicht so schlimm. Die Gegensätze hätten deutlicher hervorgebracht werden sollen. Die Szenen habe ich als sehr seicht empfunden und die Charaktere der ProtagonistInnen hatten auch nicht so viel Tiefgang, wenn man bedenkt, dass Menschen von Natur aus sehr facettenreich sind. Die Szenen habe ich nicht wirklich als authentisch empfunden. Manche Begriffe fand ich nicht richtig gewählt, wie z.B. Macho und Triebtäter. Warum ist Johannes ein Triebtäter? Triebtäter sind kriminalistisch, vergewaltigen Frauen, etc. und man ist auch nicht per se ein Macho, nur weil man einen Mann verfolgt ... 

Ansonsten fand ich die Geschichte von der Idee her nicht schlecht, sie ist aber auf jeden Fall ausbaufähig. Man kann mehr aus ihr machen, sie fantasievoller gestalten. Man muss mehr aus ihr machen, wenn anspruchsvollere Literatur daraus werden soll. Aber vielleicht hat der Autor diesen Anspruch gar nicht, und findet seine Geschichte so wie sie ist perfekt, dann kann die Geschichte so bleiben, wie sie ist. Sie wird ihre Leserschaften finden, davon bin ich überzeugt, da es für jeden Schreibtyp die passenden LeserInnen gibt.

Auf jeden Fall wünsche ich Herrn Medin dabei viel Erfolg.


Wie kam dieses kleine Heftchen zu mir? 

Der Indie-Autor hatte mir eine Anfrage gestellt, seine Liebesgeschichte zu lesen.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Taschenbuch: 28 Seiten, 3,99 €
·         Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (17. August 2017)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3744888738

Dieses Heftchen kann man mitunter auch auf Amazon bestellten. 




Freitag, 13. Oktober 2017

Anthony Doerr / Momory Wall (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Eine sehr interessante und außergewöhnliche Novelle. Eigentlich dachte ich erst, man bekommt es hier mit einer reinen Demenz-Erkrankung zu tun á la Martin Suter Small World. Nein, gar nicht. Die Demenz ist hier auch symbolisch zu verstehen. Als ein Symbol der Vergänglichkeit. Die Handlung spielt im Süden von Afrika, in Kappstadt, in einer Zeit, in der die Apartheid gesetzlich abgeschafft wurde.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein: 
Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Denn Alma hat eine Wand voller Fotos, Gedächtnisstützen, Speichermedien, in der sich irgendwo der fehlende Hinweis zu dem gesuchten Fossil befindet. In dieser lichten, wunderschönen Novelle gelangt schließlich ein Junge in den Besitz des Geheimnisses dieser alten Frau und ihres Mannes, einer Episode aus ihrer Vergangenheit mit der Macht, ein Leben zum Guten zu wenden. Der Junge reist dazu in die Karoo-Wüste und setzt sich dieser wilden Landschaft aus. Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter - vom atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben.

Verblüfft haben mich die vielen Kassetten, auf denen das Leben der Alma Konachek und das ihres verstorbenen Mannes zum Erinnern abgespielt sind. Alma vergisst alles immer sofort wieder. Sie nimmt an einem Demenz-Projekt von Dr. Amnesty teil, an dem sie nicht wirklich erfolgreich ist, da die Krankheit immer weiter fortschreitet, statt sie aufzuhalten. Ihr wurden Plots implantiert, mit dem Ziel, ihr Leben auf den Kassetten wiederzuerkennen. Eine recht interessante aber eine utopische Idee wie ich finde.

Die Novelle birgt auch Kriminalistisches, denn es dringen Männer in Almas Villa ein, um bestimmte Videos zu stehlen, da Almas Mann, ein Sammler von Fossilien und von Beruf Paläontologe, vor seinem Tod noch wichtige Entdeckungen gemacht hat. Die Einbrecher wollen mit Hilfe der Videos diesen Entdeckungen auf die Spur kommen …

Da dies eine recht kurze Novelle ist, alles Weitere zum Selberlesen.

Mir hat die Erzählung nicht nur inhaltlich sehr gut gefallen, auch der Schreibstil hat mir zugesagt.

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Gebundene Ausgabe: 135 Seiten, 14,99 €
·         Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (10. Februar 2016)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3406689612

Und hier geht es auf die Verlagsseite von C.H.Beck
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Gelesene Bücher 2017: 45
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Mittwoch, 11. Oktober 2017

Anthony Doerr / Memory Wall

Klappentext

"Pulitzer-Preis 2015
Unser Leben, unsere Welt werden durch unsere Erinnerungen zusammengehalten. Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Denn Alma hat eine Wand voller Fotos, Gedächtnisstützen, Speichermedien, in der sich irgendwo der fehlende Hinweis zu dem gesuchten Fossil befindet.In dieser lichten, wunderschönen Novelle gelangt schließlich ein Junge in den Besitz des Geheimnisses dieser alten Frau und ihres Mannes, einer Episode aus ihrer Vergangenheit mit der Macht, ein Leben zum Guten zu wenden. Der Junge reist dazu in die Karoo-Wüste und setzt sich dieser wilden Landschaft aus. Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter - vom atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben. Die Vorstellungskraft und Sprachmacht, das Einfühlungsvermögen und die Erzählkunst Anthony Doerrs sind unvergleichlich.


Autorenporträt
Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen in Boise, Idaho. Neben Erzählungsbänden wie "Der Muschelsammler" (2007) veröffentlichte Doerr die Romane "Winklers Traum vom Wasser" (2016) und "Alles Licht, das wir nicht sehen" (2016), für den er den Pulitzer Prizeerhielt. 2016 erschien auf Deutsch seine Novelle "Memory Wall". Für seine Erzählungen hat Doerr bislang vier Mal den renommierten O. Henry Prize erhalten, neben vielen anderen Auszeichnungen erhielt er auch drei Mal den Pushcart Prize.
Dieses Buch ist durch meine Bücherfreundin Christina Sauer bei mir eingezogen. Tina war von dem Buch sehr angetan gewesen. Nun bin ich gespannt, wobei mir die Thematik durch meinen Beruf nicht neu ist.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Gebundene Ausgabe: 135 Seiten, 14,99 €
·         Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (10. Februar 2016)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3406689612


Und hier geht es auf die Verlagsseite von C.H.Beck



Dienstag, 10. Oktober 2017

Mashanti Martine Loesch / Wir kommen in Frieden (1)


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Das Buch hat mir recht gut gefallen, da ich viele Fragen, die ich mir schon seit langem selbst auch gestellt habe, in diesem Buch beantwortet wiedergefunden habe. Ich stellte mir Fragen, weshalb viele Tiere auf der Erde schutzlos ihrem "Henker" ausgeliefert sind, und weshalb Gott, sollte es ihn geben, tatenlos dabei zuschaut? Viele Bilder aus Tierdokumentationen habe ich nicht mehr aus meinem Kopf rausbekommen. In manchen Ländern wie z.B. in der Ukraine werden Straßenhunde aufgegabelt, und mit Hilfe von mobilen Krematorien auf der Stelle lebendig verbrannt. Oder in China, dort bekommen Hunde und Katzen, Kaninchen … bei lebendigem Leib ihr Fell abgezogen. Woanders werden die Tiere totgeschlagen. Aber auch in Deutschland gibt es große Missstände wie z.B. in den Schlachthäusern und in den Massentieranlagen, um nur wenige Beispiele zu nennen. 

Durch den Tod meines Katers Momo war ich gezwungen, mich auf die Suche zu machen, Antworten auf meine so vielen Fragen zu finden.

Der Buchtitel Wir kommen in Frieden, ist ein so schöner Buchtitel, der mich sofort angesprochen hat. Hier werden die Botschaften der Tiere behandelt. Hier kommen die Tiere zu Wort.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Dieses Buch vermittelt – zum Teil verblüffende – Einsichten aus Höheren Dimensionen über die spirituelle Mission der Tiere auf unserem Planeten Erde. Interviews mit Tieren, in denen sie ihre Sichtweise über die Welt und die Hingabe an ihre Seelenaufträge mitteilen, berühren unser Herz und säen Liebe. Die Autorin sieht sich als Sekretärin dieses Buches, denn in Wahrheit wurde es von Sanat Kumara, dem Aufgestiegenen Meister Kuthumi, Erzengel Ariel, der Kollektiv-Tierseele und dem Rat der Tiere verfasst. Es vermittelt Weisheit und Wissen aus übergeordneter Perspektive, nicht nur in Bezug auf Tiere, sondern auch brisante Themen bleiben nicht unangetastet – sei es Tierschutz, der Konsum von Fleisch uvm.
Die Botschaften, Meditationen und Wirkung der transformierenden Kraft der Kosmischen Strahlen laden uns ein, mutig und entschlossen Heilung auf unserem Planeten Erde zu manifestieren, uns selbst und ALLES-WAS-IST zu lieben und dem mit Achtung und Respekt zu begegnen.
Ein Buch, das aus den Sphären der bedingungslosen Liebe und den heilenden Lichtregionen stammt – das Grenzen sprengt, berührt, erstaunt und Mut macht, unserer Intuition zu vertrauen und zu unserer Wahrheit zu stehen.

Es ist eines der besten Tierbücher, die ich bisher in diesem Genre gelesen habe.

Mit Hilfe dieses Buches bekommt man Einsichten aus höheren Sphären wie schon aus dem Klappentext hervorgeht durch aufgestiegene Meister, Erzengel, der Kollektiv-Tierseele und den Rat der Tiere. Die Autorin bekommt diese Kontakte über Channeling. D. h. sie stellt die Fragen und sie bekommt die Antwort durch ein Medium, und sie sich als Sprachrohr zur Verfügung gestellt hat.

Die Botschaften der Tiere sind mit so viel Liebe behaftet, obwohl viele Menschen den Tieren das Leben auf der Erde weltweit erschweren. Sie beziehen sich dazu, weshalb es Tiere gibt, die es guthaben und wohlbehütet sind, und andere, die missbraucht werden, die auf Erdenleben viel Schmerz erfahren …
Misshandlungen von Tieren sind für viele von euch unverständlich und schmerzhaft zu beobachten. Doch dient es den Tieren nicht, mit ihnen zu leiden. Mit Verlaub gesagt, es dient weder den Tieren noch der Erde, noch dem gesamten kosmischen System. Die Schwingung, die durch euer Mitleiden hervorgerufen wird, entspricht einer Frequenz, die das, was ihr verhindern wollt, noch verstärkt. (2017, 60)
  
Das heißt aber nicht, dass man weggucken soll. Hierbei sind die im Buch aufgeführten Meditationen sehr hilfreich, mehrere Formen von Lichtarbeit, die man anwenden kann, um in Not geratenen Tieren spirituell zu helfen. Das Buch betrachte ich demnach nicht nur als ein Informationsbuch, sondern auch als ein Arbeitsbuch.

Interessant fand ich zudem den Umgang mit Tieren aus der Sicht der Naturvölker. Sie bitten das gejagte Tier um Erlaubnis, es zu töten. Mit Hilfe von Ritualen erweisen sie dem Tier die Ehre und bitten es um Vergebung. Außerdem schließen sie die Tiere mit in ihre Gebete ein, die Tierseele möge sich schnell aus dem Körper befreien.


Mein Fazit zu dem Buch?

Ich kann dieses Buch allen Menschen weiterempfehlen, die Tiere lieben, und die auch so wie ich Antworten auf schwierige Fragen suchen. Allerdings muss man sich auch mit Methoden und Theorien auseinandersetzen, die über das allgemeine Schulwissen hinausgehen. Ob diese Theorien glaubwürdig oder nicht glaubwürdig sind, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Schaut in eure Herzen, geht tief in euch, und ihr werdet Erfahrungen machen, die euch eine Antwort darauf geben werden.

Es ist nicht so, dass ich alles glaube, was in dem Buch steht, aber mir gelingt es, das für mich Glaubhafte anzunehmen, und das nicht Glaubhafte ohne jegliche Wertung einfach stehen zu lassen.

Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

Ich möchte mich recht herzlich beim Bücherverlag-Smaragd für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar bedanken. 

·         Verlag: Smaragd Verlag; Auflage: 2., Neuerscheinung (12. Juni 2017)
·         Sprache: Deutsch, 14,80 €
·         ISBN-10: 3955311562

 Und hier geht es auf die Verlagsseite von Smaragd.
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Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?
(Sokrates)

Gelesene Bücher 2017: 44
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86