Mittwoch, 30. Mai 2012

Thomas Mann / Der kleine Herr Friedemann



 Fischer TB-ISBN 978-3-596-51135-8

Eine Novelle von vierundvierzig Seiten!


Ja, mir hat sie gut gefallen, wobei mir der Anfang und der Schluss nicht wirklich realistisch erschienen sind.

Der Protagonist der Erzählung ist der dreißigjährige Johannes Friedemann, Sohn der Konsulin Friedemann, Vater Konsul verstarb durch eine schwere Krankheit kurz nach seiner Geburt. Als Säugling von einem Monat fiel J. Friedemann vom Wickeltisch, weil niemand nach ihm schaute. Er befand sich alleine im Raum, obwohl er noch zwei ältere Schwestern besaß  Und ebenso die Amme war zugegen, aber auch sie verletzte ihre Aufsichtspflicht, da sie wohl mit anderen Dingen beschäftigt war. Der Amme galt der alleinige Vorwurf nach Meinung der Konsulin..






Im Alter von einundzwanzig Jahren verstarb seine Mutter.

 Friedemann war gezeichnet und von Trauer, von einer tiefen inneren Trauer... .

Seine beiden großen Schwestern waren nicht besonders hübsch, auch besaßen sie kein großes Vermögen und hatten sonst keine anderen weiblichen Reize, so dass sie ehelos blieben. Der Erzähler  gebraucht den Begriff "hässlich". Die Schwestern seien recht hässlich.

Friedemann war auch nicht besonders hübsch, ebenso im Knabenalter. (Die Details dazu bitte selber nachlesen.), wobei ich nicht weiß, ob das der Grund sein muss, partnerlos zu bleiben. Menschen besitzen eine Aura, Charme, etc. mit denen man vor anderen Menschen brillieren und Sympathien erwecken kann, selbst wenn man nicht dem Schönheitsideal entspricht. Schönheit / Hässlichkeit sind relative Bezeichnungen und Menschen sind recht oberflächlich, wenn sie andere nur nach Aussehen und Vermögen beurteilen. Demgegenüber scheint der Erzähler auch ein wenig Wert auf das Schönheitsideal zu legen :D.

Wenn ein Säugling vom Wickeltisch fällt, stirbt man da nicht? Frage, Frage, Frage ... .

Freidemann lebte eher zurückgezogen, auch als Kind vermied er Einladungen. Meist trug er schon im jungen Alter so etwas wie eine Trauermiene. lief auch recht gekrümmt, dadurch dass er oft den Kopf nach unten trug... . Er kränkelte auch immerzu... .

Sein Kopf saß tiefer als je zwischen den Schultern , seine Hände zitterten, und ein starker, stechender Schmerz stieg ihm aus der Brust in den Hals hinauf. Aber er würgte ihn hinunter, und richtete sich entschlossen auf, so gut er das vermochte. "Gut", sagte er zu sich, "das ist zu Ende. Ich will mich niemals um das alles bekümmern. Den anderen gewährt es Glück und Freude, mir aber vermag es immer Gram und Leid zu bringen. Ich bin fertig damit. Es ist für mich abgetan. Nie wieder".

Friedemann geht einem musischen Hobby nach, er spielt Violine, aber ich habe immer den Eindruck, dass er über das Gewöhnliche nicht hinauszukommen versucht. Ob das das Hobby ist oder berufliche Leistungen.

Nach der Schule, er war siebzehn Jahre alt, ging er in die Kaufmannslehre und ging einem geregelten Lebensablauf nach. Auch hier war kaum Tiefgang zu spüren.

Als seine Mutter starb, verlor er sich wieder in seinem Pathos, was eigentlich auch verständlich ist, aber Friedemann ging mit Schmerzen nochmals anders um als andere:

Das war ein großer Schmerz für Johannes Friedemann, den er sich lange bewahrte. Er genoss ihn, diesen Schmerz, ergab sich ihm hin, wie man sich einem großen Glücke hingibt, er pflegte ihn mit tausend Kindheitserinnerungen und bedeutete ihm aus als sein erstes starkes Erlebnis.

Der Erzähler hat aber keinerlei Verständnis für den armen Herrn Friedemann, und bringt das Beispiel eines Naturschauspiels, dass ein Spaziergang zur Frühlingszeit draußen in den Anlagen vor der Stadt, der Duft einer Blume, der Gesang eines Vogels - ob man für solche Dinge nicht dankbar sein konnte?

Der Erzähler vergleicht ihn mit einem Epikuräer. So richtig gut kenne ich mich mit Epikur nicht aus, aber ich erinnere mich, dass es etwas mit Selbstgenügsamkeit zu tun hat und dass Menschen, sowohl im ideellen als auch materiellen Sinne, die nicht viel besitzen, die Kunst erwerben könnten, sich auch an Wenigem zu freuen.
Der mangelnde Ehrgeiz Friedemanns würde dazu passen.

Friedemann liebte nicht nur die Musik, sondern er liebte auch das Theater, das er regelmäßig besuchte.

Eines Tages lernt er die hinzugezogenen Herr und Frau Oberstleutnant von Rinnlingen kennen. Frau Rinnlingen zeigt sich Friedemann sehr zugewandt. Es knüpft sich eine recht interessante aber fragwürdige Beziehungen zwischen den beiden. Doch auch in dieser Kontaktknüpfung macht Friedemann eher einen Schritt nach vorne und zwei wieder zurück. Obwohl er sich in Frau Rinnlingen verliebt hat, gibt er sich recht hilflos wie ein Kind. Und doch gibt er sich schließlich nach langem hin und her einen Stoß und suchte die Lady zu Hause auf.

Friedemann habe ich sehr schnell durchschaut aber Frau von Rinnlingen war mir ein wenig rätselhaft, denn einerseits versuchte sie Friedemann zu verführen und andererseits kam es mir so vor, als würde sie mit ihm ihre Spielchen treiben. Als Frau von Rinnlingen vorgibt, sich für Friedemanns Schwächeleien zu interessierten, ich gehe mal davon aus, dass es eher Neugierde als echte Anteilnahme war, da Friedemann, wie oben schon gesagt, von seinem Auftreten her sich wie ein Bündel Elend zeigte, und das reizt Frau Rinnlingen, ihn zu provozieren. Sie nimmt ihn irgendwie auf die Schippe, nach dem Friedemann ihr von seinem Gesundheitszustand Bericht erstattet hatte:

"Auch ich bin viel krank", fuhr sie fort, ohne die Augen von ihm abzuwenden;" aber niemand merkt es. Ich bin nervös und kenne die merkwürdigsten Zustände."

Auf den folgenden Seiten kann man entnehmen, dass in den verschiedenen anderen Szenen Frau von Rinnlingen recht kalte Blicke auf ihn wirft.

Nach einer gesellschaftlichen Veranstaltung der Rinnlingen, an der auch Friedemann teilnahm, fühlte er sich alles andere als wohl. Seine Gefühle zu dieser Frau nehmen immer mehr zu, je mehr sie sich für sein Leid zu interessieren zeigt:

Müde und abgehetzt er sich fühlte, und wie doch alles in ihm in qualvollem Aufruhr war! War es nicht das Beste, noch einmal um sich zu blicken und dann hinunter in das stille Wasser zu gehen, um nach einem kurzen Leiden befreit und hinüber gerettet zu sein in die Ruhe? Ach, Ruhe, Ruhe war es ja, was er wollte! Aber nicht die Ruhe im leeren und tauben Nichts, sondern ein sanft besonderer Friede, erfüllt von gutem, stillen Gedanken.

Eigentlich sehnt er sich nach dem Tod, aber nach einem ganz besonderen Tod, an stillen Gedanken hängen zu dürfen, drückt doch auch ein wenig das Bedürfnis nach Leben aus. Denken bedeutet ja auch Leben…

Die beiden treffen sich an einem Tag und Frau von Rinnlingen gibt sich Friedemann gegenüber, was seine Leiden betreffen, weiterhin recht interessiert:

"Seit wann haben sie ihre Gebrechen, Herr Friedemann?" fragte sie. " Sind Sie damit geboren?"
Er schluckt hinunter, denn die Kehle war ihm wie zugeschnürt. Dann antwortete er leise und artig:
" Nein, gnädige Frau. Als kleines Kind ließ man mich zu Boden fallen; daher stammt es."
"Und wie alt sind Sie nun?" Fragte sie weiter.
"Dreißig Jahre, gnädige Frau."
" Dreißig Jahre", wiederholte sie. " Und Sie waren nicht glücklich, diese dreißig Jahre?"
           (...)

Nun kommt die Wende, als Friedemann sich ihr ganz in Selbstmitleid auflöst, seinen Kopf jammernd in ihren Schoß legt, so lässt daraufhin die vornehme Dame Friedemann fallen, indem sie ihn sogar noch zum Boden hin, Richtung Fluss, stößt:

Und dann, plötzlich, mit einem Ruck, mit einem kurzen, stolzen, verächtlichen Lachen hatte sie ihre Hände seinen heißen Fingern entrissen, hatte ihn am Arm gepackt, ihn seitwärts vollends zu Boden geschleudert, war aufgesprungen und in der Allee verschwunden.
Er lag da, das Gesicht in Graß, bereut, ist außer sich, und ein Zucken lief jeden Augenblick durch seinen Körper. Er raffte sich auf, tat zwei Schritte und stürzte wieder zu Boden. Er lag am Wasser.-
Was geht eigentlich in ihm vor, bei dem, was nun geschah? Vielleicht war es dieser wollüstuge Hass, den er gefunden hatte, wenn sie ihn mit ihrem Blick gedemütigte, der jetzt, wo er, behandelt von ihr wie ein Hund, am Boden lag, in eine ihr sinnige Wut aussagte, die er betätigen musste, sei es auch gegen sich selbst… ein Ekel vielleicht vor sich selbst, der ihn mit einem Durst erfüllte, sich zu vernichten, sich in Stücke zu reißen, sich auszulöschen…

 Mir kamen heute noch Gedanken, dass Friedemann zu einer reifen Liebe gar nicht fähig war, denn sonst hätte er sich eine Frau gesucht, die noch ungebunden wäre, und in der Bindung der Austausch beidseitig wäre. Doch für solche Bindungen war seine Seele nicht wirklich reif genug. Für ihn war die vornehme Frau Rinnlingen unbewusst ein Mutterersatz. Je mehr diese Frau sich für seine Leiden interessierte, desto stärker fühlte er sich ihr emotional hingezogen. Und dass Frau Rinnlingen ihn so fallen lässt, ist eine unbewusste Reaktion, ihn durch´s Fallenlassen wachzurütteln. Man hat das ja im Leben oft, dass Menschen, die sich nach außen hin wie arme, hilflose Opfer geben, von anderen gerne geneckt und provoziert werden. Opfer suchen sich ihre Täter - im schlimmsten Fall sind solche Menschen empfänglich für jegliche Form von Gewalt. Die Welt ist ja so böse, und ich armer Friedemann bin von ihr immer so schlecht behandelt worden.
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen ." (T. Fontane)

UB:

Dickens: Schwere Zeiten
Kuan: Die Langnasen
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Leroux: Das Phantom der Oper
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Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Mann. T. Erzählungen (1)
Miin: Madame Mao
Muawad: Verbrennungen
Osorio: Mein Name ist Luz
Proust: Sodom und Gomorrha
Remarque: Der schwarze Obelisk
Senger: Kaiserhofstr. 12
Thackeray: Das Buch der Snobs
Zweig: Brennendes Geheimnis

Gelesene Bücher 2012: 36

Montag, 28. Mai 2012

Hans Fallada / Damals bei uns daheim 7





Ich habe feuchte Augen bekommen, denn ich bin durch mit der Autobiographie und mir ist Fallada und dessen Familie total ans Herz gewachsen. Hans Fallada hat einen großen Platz in meinem Herzen errungen.

Hans Fallada hat genau einen Tag vor mir Geburtstag und ist gerade mal siebzig Jahre und einen Tag vor mir geboren. Aber er selbst wurde leider nur vierundfünfzig Jahre , vielleicht überlebe ich ihn . Wäre er älter geworden, sicher hätte er noch weitere Bücher verfasst. Aber es ist wie es ist. Jeder Todeszeitpunkt ist der richtige. Es gibt keinen falschen, vgl. T. Mann. Der Wille zum Glück.

Zur Erinnerung:

Hans Fallada, ist, wie dies aus dem Klappentext hervorgeht, nur sein Pseudonym, denn ich möchte gerne erinnern, dass er mit richtigem Namen Rudolf Ditzen heißt. Aber für mich bleibt er Hans Fallada, solange auf den Büchern kein anderer Name steht... .

Ich habe heute auf einer anderen Seite gelesen, dass Fallada doch an einer traumatischen Neurose litt, die Krankheitserscheinungen in der vorliegenden Autobiografie allerdings noch keine Rolle spielen. Ich vermute mal, dass sie später im erwachsenem Alter, zum Ausbruch kam, aber wohl in der Kindheit schon latent angelegt war, wie an manchen Textstellen angedeutet wurde.
In seinem Werk "Der Trinker", so glaube ich, lassen sich eigene Erfahrungen ableiten... . Mal sehen.

Ich werde über die Pathologie in der Biografie zu Fallada "Mehr Leben als ein Leben", geschrieben von Jenny Williams, hoffentlich mehr erfahren.

Die Familie zieht nach Leipzig um und Hans das Gymnasium wechseln muss. Für die Eltern stellt sich die Frage, welches Gymnasium das geeignetere wäre. Auf dem einen Gymnasium würde Hans ein halbes Jahr untergestuft werden, in die Obertertia, und würde aber ohne Aufnahmeprüfung an der Schule aufgenommen werden, während er auf dem anderen Gymnasium ein halbes Jahr übergestuft werden würde, käme in die Untersekunda. Der Vater empfiehlt die zweite Alternative, und Hans schließt sich den väterlichen Empfehlungen an, aber es ist sehr viel Schweißarbeit gefordert. Denn Hans muss im Anschluss von vielen Einzelstunden die Aufnahmeprüfung für die Untersekunda bestehen. Der Vater meldet Einzelstunden in der Schule an, so dass Hans keine Zeit mehr bleibt für Hobbys, da er acht Stunden täglich bis zur Prüfung mit Hilfe verschiedener Fachlehrern pauken, pauken, pauken muss, und sich die Paukerei zu Hause fortsetzte.

Nach der Aufnahmeprüfung wartet der Vater vor der Tür auf seinen Sohn, und Hans bemüht sich, eine grimmige Fassade aufzusetzen, doch wer kennt seine Kinder besser als ein Fallada-Vater. Der Vater grinst in die Fassade hinein und ist sich sicher, dass Hans die Prüfung bestanden hat. Tja, Hans Schauspieltalent versagen eben bei solchen Vätern.

Der Vater ist überaus stolz auf seinen Sohn und möchte seinen Eifer belohnen. Er dürfe sich etwas wünschen und er wolle gewiss auch nicht sparen. Hans wünscht sich ein Fahrrad und der Vater ist völlig entsetzt, weil ihm nicht bekannt war, dass Hans Fahrradfahren könne. Sie machen vor einem Fahrradgeschäft Halt:


Nun wohl, mein Sohn, hier ist eine stille Straßen, und so wirst du nun erst einmal eine kleine Prüfung ablegen vor mir und dem Händler. Erst dann wird zum Ankauf geschritten. Du kommst heute aus den Prüfungen nicht heraus , Hans".

Auch hier besteht Hans seine Prüfung und bekommt das beste Rad, das der Händler zu bieten hat.


Das Rad hat einhundertfünfunddreißig Mark gekostet, Vater hat mir etwas Solides, etwas fürs Leben gekauft. Nur die krumm nach unten gebogene Lenkstange hatte er abgelehnt.
"Nein, nein, ich kenne das! Die sitzen so wie Affen auf dem Rade. Ich möchte dich doch nicht in dieser Richtung ermuntern, Hans, ich gebe noch immer nicht die Hoffnung auf, dass du dich mit den Jahren zum Menschen entwickelst. "
Wenn Vater den Sohn neckte, war er immer in allerbester Stimmung.

Diese Szene fand ich einfach auch sehr schön, die Vater-Sohn-Beziehung, die ich unbedingt festhalten wollte, damit sie vielerorts wenigstens auf dem Papier reell bleibt.

Als ich die Szenen mit dem Fahrradkauf gelesen hatte, überkam in mir der der leise Verdacht, ob Fallada mit dem Fahrrad nicht verunglücken werde. Hans Fallada erwies sich in seiner gesamten Kinderzeit als extrem unfallgefährdet, deshalb war mir der Verdacht so nahe, der sich später auch bestätigt hatte.

Hans erlitt einen so bösen Unfall, auf die Details möchte ich nicht eingehen, dass er über einen längeren Zeitraum in der Klinik rehabilitiert und versorgt werden musste und sein Fahrrad ward nie mehr gesehen. Und hier ein kleiner Textauszug aus Falladas Sicht:


Aber, wie schon früher gesagt, ich war damals fast Fatalist, ich nahm auch diesen Unfall hin, wie ich anderes hingenommen hatte. Es war nun einmal so, dass sich ausgesprochenes Pech im Leben hatte, damit musste ich mich eben abfinden. Am Anfang Frühling, Ferien, Untersekunde, neues Rad. Am Ende: Winter, nacharbeiten in der Schule, doch noch Obertertia, das zertrümmerte Rad war verschwunden, und es gab keinerlei Aussicht auf ein neues. Ja, alle Anstrengungen bei Herrn Dr. Dackelmann waren doch umsonst gewesen. Umsonst hatte ich den Verdacht eines Holzkopfes durch übermäßiges Büffeln zu zerstreuen versucht. Umsonst war ich an vielen Winternachmittagen hinterher an Professor Muthesius durch das dunkelnde Schulzimmer gestampft. Umsonst hatte ich die Prüfung >glänzend< bestanden. Ich kam nicht in die Untersekunde, ich wurde in die Obertertiar gesetzt. Ich hatte kein halbes Jahr übersprungen, ich hatte eines verloren!

Szenenwechsel: Hans macht zu Hause eine enttäuschende Entdeckung, als er in der Bibliothek seines Vater ein Buch findet mit dem Titel: Wie erziehe ich unseren Sohn Benjamin - ein Ratgeber für deutsche Eltern.

Hans konnte nicht glauben, dass sich die Eltern solcher Bücher annehmen und schämte sich für seinen Vater bis ins Mark. Fallada geht leider nicht darauf ein, was an dem Buch so skandalös ist, und so bleibt mir einfach wieder mal die Vermutung, mit der ich mich einsam zurückziehen muss. Natürlich geht da auch die Fortpflanzung hervor, und sicher die Erhaltung der Art . ... .

Ich stelle die Hypothese auf, dass der Ratgeber rassistisches Gedankengut hat, und das lässt vermuten, weshalb die Kinder Karl May nicht lesen durften. Nun ja, ich schätze mich als eine recht aufmerksame Leserin ein, ich hätte ja auch die Karl-May -Szene einfach überlesen können. Das habe ich aber nicht gemacht... . Und mich interessiert das nach wie vor brennend.


Das Lesezeichen steckte an einer bestimmten Stelle, und ich las los. Und las. Und dann versteckte ich das Buch scheu an seinem alten Platz, ich schämte mich, dass Vater das gelesen hatte, und ich schämte mich noch mehr, dass ich wusste, Vater hat dies gelesen ...

Hier hat der junge Hans aufgehört, seinen Vater zu idealisieren aber hier beginnt sein Leben als erwachsener Mann ... , und Fallada diese neue Lebensphase als recht schmerzvoll erlebt.

An dieser Stelle mache ich Schluss und ich bleibe weiterhin dran mit einigen Fragen, die mir noch offen geblieben sind. Lücken, die ich gerne noch schließen möchte.

*****************

Ich gebe dem Buch neun von zehn Punkten. Deshalb neun und nicht zehn, weil manche Infos nur angedeutet wurden und ich Vermutungen anstellen musste, die sich bis zum Schluss der Lektüre nicht aufklären ließen.

Neun Punkte und nicht weniger aus dem Grunde, weil Fallada in verschiedene Erzählstränge wechseln konnte, ohne dass die Autobiografie, wie ich schon an anderer Stelle erwähnte, keine Chronologie aufwies, und man trotzdem nicht die Orientierung verliert. Ich fühlte mich als Leserin gut in dem Buch geführt. Das Buch war sehr interessant erzählt und wirkte auf mich recht authentisch. Es hat mich neugierig gemacht, weitere Biografien zu lesen. Ich fange gleich morgen an zu bestellen.
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen." (T. Fontane)

SuB:

Dickens: Schwere Zeiten
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Gelesene Bücher 2012: 36

Hans Fallada / Damals bei uns daheim 6




Verlag: Aufbau Tb 2011
Seitenzahl: 383
9,99 €
ISBN-10: 3746627893


Weiter geht´s mit der Buchbesprechung Fallada, und es geht zum Endspurt zu, habe noch sechsunddreißig Seiten vor mir, ich aber das Buch ungern wieder verlassen werde… :). Aber es warten ja noch zwei andere (Auto)Biografien auf mich, die ich allerdings zeitversetzt lesen werden. Und vielleicht erfahre ich ja dort, weshalb die Karl May Bände verboten wurden. Ich gebe ja nicht auf :D. 

In dem vorliegenden Band beschreibt Junior Fallada so viele Familienanekdoten, die recht schön zu lesen sind, wenn sie auch vom Verhalten her was Tanten, Onkel, und Großeltern betrifft, arg eigensinnig und auch ein wenig absurd erscheinen. Aber trotzdem witzig zu lesen, besonders wenn man nur Leserin ist statt Angehörige, und man sich über gewisse Buchszenen mehr amüsiert als ärgert.

Arthur Fallada ist achtzehn Jahre älter als seine Frau Louise. Er lernte sie kennen, als Louise achtzehn Jahre alt war. Louise stammt ebenso aus einer sechsköpfigen Familie, doch als der Vater starb, sie war gerade mal acht Jahre alt, wurde sie von der Mutter zum Onkel gebracht, der sie aufziehen sollte. Ein anderes Geschwisterkind wurde zu anderen Angehörigen gebracht, da die Mutter zu arm war, für alle Kinder zu sorgen. Louises Onkel lernte seine Nichte zwar zu lieben, aber auch dieser war so eigen in seinem Verhalten, das sich stark auf das Kind übertrug, so dass Louise quasi eine Außenseiterin wurde und ohne Freunde aufwuchs… . Eigentlich war Arthur Fallada ihre Rettung, der sie aus dem Hause des Onkels herausholte. Ein großer Altersunterschied, aber der Bund wurde aus Liebe geschlossen. Es war also keine Zweckheirat.

Die Autobiografie liest sich nicht chronologisch. Mal ist Junior Fallada dreizehn, vierzehn Jahre alt, mal wieder zehn und dann wieder achtzehn. Aber das Buch ist keineswegs verwirrend geschrieben. Der rote Faden ist immer leicht erkennbar.

Kurz beschreibt Hans, dass der Vater nun auf Eduard (Ede) seine ganze Hoffnung setzt, Jurist zu werden und in seine Fußstapfen tritt. Aber Ede will Medizin studieren und als es mit dem Studium so weit war, wird er in den Krieg eingezogen. Ede schafft es, die Familie einmal zu besuchen. Ein zweites Mal gab es nicht, Ede fällt im Krieg und die Eltern diesen Verlust für den Rest ihres Lebens nicht verwunden haben. Ede war das Kind, das eher den Vorstellungen des Vaters entsprach, aber die Geschwister es ihm nie nachgetragen hatten, da Ede von seiner Persönlichkeit her sich so gab wie er war. Kein Einschleichen bei den Eltern und den Geschwistern … .

So, nun folgen ein paar Zitate aus den letzten fünfzig Seiten.

Ich möchte eine besonders tragische Jugendszene festhalten, die mich geistig und emotional arg berührt hat.

Hans tritt der Freizeit – Reise – und Jugendgruppe Wandervogel bei. Hans ist zu dieser Zeit vierzehn Jahre alt und entwickelt sich in der Gruppe zu einem totalen Außenseiter. Die Gruppe hatte seine Fähigkeiten nicht anerkannt und verspotteten ihn regelrecht. Hans erträgt es mit großer Tapferkeit, er aber bemüht ist, bei den Jungens anzukommen. Die Jugendgruppe befindet sich in Holland auf Reisen. Ecau ist ein zwanzigjähriger Student und Gruppenführer und versagt aber völlig, die Gruppe zu lenken. Ihm ist es auch zu verdanken, dass Hans verspottet und ausgestoßen wird.

Die Jugendlichen befinden sich gerade am Strand und während die Gruppe eine Exkursion starten will, wird Hans dazu verdonnert, zurückzubleiben und sich um das Essen zu kümmern. Hans fühlte sich nicht wohl, teilte dies aber der Gruppe nicht mit, weil er ihnen nicht noch mehr zur Last fallen wollte. Er fühlte sich ein wenig fiebrig und in seinem ganzen Unwohlsein verschüttete Hans versehentlich das Kochwasser, das auf dem Lagerfeuer brutzelte und nun im Sande verläuft. Hans wusste nicht, wie er aus dieser Lage wieder herauskommen konnte, da kein Wasser mehr zur Verfügung stand. Also begab er sich an den Strand und füllte den Topf mit Meereswasser und kochte darin die Zutaten. Als Hans das Essen kostete, musste er sich erwürgen und es war, als würde er die Galle herausbrechen. Nun versuchte er das Essen zu retten, indem er den Geschmack mit Zucker zu neutralisieren versuchte. Also packte er seinen Zucker und den Zucker seiner Kameraden zusammen und vermischte es mit dem Gekochten. Das Essen schmeckte nach wie vor zum Erbrechen und Hans musste sich geschlagen geben und sich den Jungens stellen. Als die Kameraden von der Exkursion völlig ausgehungert wieder einkehrten, so stürzten sie sich ans Essen und ließen alle ihre Löffel fallen und würgten das Gegessene wieder heraus. Hans musste gestehen und so begab sich die Gruppe in das nächste Dorf, vierzehn Kilometer entfernt, um dort in einer Kneipe einzukehren. Mit Hans sprach keiner mehr, nun erst recht nicht und der Verdacht galt ihnen als bestätigt, dass Hans zu nichts tauge. Am nächsten Tag entfernte sich Acer von der Gruppe, als die anderen Jungens sich bei Hans rächten und sie ihn in das Meer warfen und ihn dort bis zur völligen Ohnmacht ertränkten mit dem Ziel, er solle eine Salzsuppe trinken. Daraufhin wurde Hans noch viel kränker und so musste der Gruppenführer Hans wieder nach Hause fahren und lieferte ihn zu Hause ab. Noch bevor die Eltern die Haustüre öffneten, war Acer schon wieder abgezogen.

Zu dem Erlebnis schreibt Fallada:


Ich habe mein ganzes Leben hindurch solche Menschen getroffen, die mich instinktiv hassten, oft noch ehe sie mich überhaupt kannten. Es ist die alte Geschichte von dem Kurhaus, der zwischen dem einen und dem anderen Samen eingesetzt ist. Ich habe Ihnen diesen Hass aber immer redlich zurückgezahlt!

Welches Nachspiel diese Szene noch hatte, so verweise ich auf das Buch. Aber es stimmt, Fallada konnte sich rächen... .

Wiederholt fällt mir auf, dass Fallada von einem Doppelgänger spricht:


Es hat sich nun herausgestellt, dass es diesen Jungen wirklich gab. Es gab den Jungen, der alles so schwer nahm und immer dachte: mir geht doch alles schief, ich habe nie Glück, und es gab den andern, gewissermaßen amüsiert zuschauenden Jungen, der sagte: Du nimmst aber eigentlich alles fürchterlich tragisch! Warte nur, es kommt noch anders. Und da es mittlerweile wirklich anders gekommen ist, habe ich fast nur vom Gesichtspunkte dieses zweiten Jungen erzählen können.

Frage: haben wir nicht alle so ein doppeltes Ich in uns? Aus meinen Studien und aus meiner Berufspraxis heraus bejahe ich diese Frage, ohne sie zu pathologisieren, solange diese Doppelgänger nicht ins Extreme abdriften, und eine gespaltene Persönlichkeit nach sich ziehen. Dies geht aber aus den Fallada - Büchern (noch) nicht hervor. Ich habe ja nicht alle Bände gelesen. Bekannt ist aber, dass er alkoholabhängig war.

Eine letzte Szene möchte ich auf diesen Seiten noch festhalten, die für den Erlebten zwar tragisch verlaufen ist, aber für mich als Leserin tragisch und amüsiert zugleich.

Hans steht auf dem Balkon, mit dem Kopf zwischen zwei Gitterstäben, er dürfte ca. acht oder neun Jahre alt sein, als er hinunter spuckt genau zu der Zeit, als sein Vater mit einem Juristenkollegen ankommt. Natürlich zeigt sich sein Vater völlig verärgert, da ihm dieser Fehltritt vor dem Kollegen unsagbar peinlich ist. Er schreit dem Jungen hinterher, Hans versucht auszureißen, doch dafür ist es eigentlich schon zu spät:


Da sind schon die Rächer, zur Flucht ist es zu spät, und so stimme ich für alle Fälle ein klägliches Geheul an. Denn einmal bekomme ich den Kopf nicht frei, zum andern droht mir Strafe.

Hans konnte den Kopf nach wie vor nicht wieder hinausziehen. Der Kopf steckte fest und blieb auch stecken. Die Mutter versuchte es mit gutem Zureden, damit Hans sich wieder entkrampfen konnte, doch nichts half. Der Kopf blieb nach wie vor stecken. Die Mutter lockte ihn schließlich mit Schokolade, natürlich nicht im Sinne des Vaters, der ihn ja für die Spuckerei bestrafen wollte. Und nun bekommt er statt der Strafe Schokolade.

Vater stand - ein stummer, aber schreiender Protest - dabei.
Ich aber brüllte nur noch heftiger, wenn das nach den vorangegangenen sehr beträchtlichen Leistungen überhaupt noch möglich war. Denn nun war ich fest überzeugt, dass ich nie wieder aus diesen Stäben befreit werden würde, dass ich mein ganzes Leben lang auf die roten Fliesen des Erdgeschosses werde hinab starren müssen, und ich verweigerte sogar die Schokolade, weil mir schien, Mutter wolle mich an eine Ernährung durch Gitterstäbe gewöhnen.


Die Gitterstäbe mussten durchsägt werden, nur so konnte Hans von seiner Gefangenschaft wieder befreit werden.


Völlig verbrüllt und verschmiert blickte ich blöde lächelnd in lauter freundlich lächelnde Gesichter - Mit einem Schlage war mein Gebrüll verstummt. Dann sammelte ich mich, streckte die die Hand zur Mutter aus und verlangte: „Meine Lade, Mutti!"
Mein Vater, noch des Spuckens eingedenk, machte eine abwehrende Bewegung, aber es war schon zu spät: Ich hatte die Schokolade und aß sie auch schon. Dass hiernach an irgendein Strafgericht nicht mehr zu denken war, versteht sich.
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Sonntag, 27. Mai 2012

Hans Fallada / Damals bei uns daheim 5



Verlag: Aufbau Tb 2011
Seitenzahl: 383
9,99 €
ISBN-10: 3746627893

In der Familie Fallada gibt es so viele rührende Szenen, und möchte gerade mit einer beginnen. Hans befindet sich mit seiner Familie im Sommerurlaub an der See. Als die Kinder draußen in der Natur spielten, geriet Hans in eine ganz entsetzlichen Lage. Mit seinen Geschwistern spielte er mit Steinen und ein Stein davon war mehr ein runder Felsen, den Hans durch die Gegend drehte und dabei seine drei Finger der rechten Hand sich unter dem Fels zerquetschte. Er schrie ganz entsetzlich, doch die Geschwister rannten völlig hysterisch und aus purer Hilflosigkeit eher kopflos davon, statt dem Bruder zu helfen, was später durch den Vater ein Nachspiel hatte, ich aber darauf nicht eingehen werde.

Der Vater hörte den Schrei und kam schließlich angerannt, und erlöste seinen Sohn von der schweren Qual. Nun möchte ich den dazu folgenden Dialog zwischen Vater und Sohn gerne festhalten:

"Es tut verdammt weh, Vater", sagte ich. „Aber ich will nicht mehr weinen." Und mit plötzlichem Schrecken: "die Finger werden doch nicht abgenommen werden?"
"Nein, bestimmt nicht!" sagte Vater beruhigend. "Freilich, diese drei Nägel, die jetzt ganz blau - schwarz aussehen, wirst du erst einmal verlieren. Aber ich denke doch, sie werden wieder nachwachsen. Aber, wie ist denn das?" plauderte er fort und zog mich dabei unmerklich gegen das Haus, "es ist ja die rechte Hand, die du dir verletzt hast, Hans! Das ist aber schlimm für dich, da wirst du gar keine Schularbeiten während dieser Ferien machen können! Das ist ja furchtbar traurig für dich!"
Wieder schielte ich nach Vater. Ich sah die Fältchen um seine Augen, und nun brach ich trotz aller Schmerzen doch in ein Lachen aus. " Ja, ich bin schrecklich traurig, Vater", sagte ich lachend. "Ich wollte eigentlich jeden Tag mindestens drei Stunden arbeiten?" :Lachen:
"Daraus wird nun freilich nichts", sagte Vater. "Nun, ich hoffe, du wirst auch das wie ein Mann tragen."

Ich finde diese Textstelle so erheiternd und man merkt regelrecht, wie sehr der Vater seinen Sohn des Schmerzes wegen bemitleidet und er ihn mit den ausbleibenden Schularbeiten aufzubauen und aufzuziehen versucht, um damit seinen Schmerz ein wenig zu lindern.

Natürlich wollte Hans keine drei Stunden am Tag lernen und das wussten sowohl Vater als auch Sohn.

Eine weitere schöne Familienszene spielt sich zur Vorweihnachtszeit und zu Weihnachten ab. Die Kinder wünschen sich wie jedes Jahr einen schönen Weihnachtsbaum, keinen kleinen, sondern einer, der bis zur Decke hoch reichte. Fast tagtäglich begibt sich der Vater auf die Suche nach einem schönen aber billigen Weihnachtsbaum. Die Kinder sind enttäuscht, als er allabendlich ohne den Baum wieder zurückkehrte. Er tröstete sie mit immer neuen Geschichten. Wie gesagt, der Vater hatte großen Respekt vor Geld, und wollte keineswegs verschwenderisch sein. Doch die Gesichter der Kinder wurden immer trauriger. Man schrieb schon den vierundzwanzigste Dezember und immer noch kein Baum in Sicht. Nun begannen die Weihnachtsvorbereitungen und die Kinder wurden zum Spielen raus geschickt und durften nicht vor 18:00 Uhr zu Hause eintrudeln. In anderen Häusern sahen sie durch die Fenster die Weihnachtsbäume schon brennen und die Kinder waren traurig, dass sie dieses Jahr Weihnachten ohne einen Weihnachtsbaum feiern mussten. Als sie nach Hause kamen, klang aus dem Bescherungszimmer hinter der verschlossenen Tür eine raue Stimme: "Seid ihr auch alle artig?"
Wir brüllten begeistert:" Ja!"
Es folgten noch weitere Fragen, bis es hinter der Tür wieder still wurde.

Aber ein Geruch von brennenden Kerzen und Tannennadeln hat sich doch auf dem Flur verbreitet. Unsere Aufregung kann nun nicht mehr höher steigen. Ich tanze auf einem Bein wie ein Irrwisch umher, Ede sieht bleich vor Aufregung aus. Plötzlich geht er, fast finster vor Entschlossenheit, auf die Haushälterin Christa zu, nimmt ihre Hand und küsst sie!
Christa wird rosarot und reißt ihm die Hand fort. Die anderen brechen in ein verblüfftes Lachen aus.
"Warum hast du das denn bloß gemacht, Ede?“ ruft Mutter verwundert.
"Nur so!" Antwortete er ohne alle Verlegenheit. "Irgendetwas muss man doch tun, und mir war grade so! Man wird ja verrückt vor lauter warten!"

Mir hat diese Szene sehr gut gefallen, und ich hier einen Vater vorfinde, den sich wohl viele Kinder wünschen. Eine größere Freude hat der Vater seinen Kindern mit dem Baum gar nicht machen können, und damit so viel Liebe verbreitet, selbst bei dem kleinen Ede, der Christas Hand küsst. Und die Geschenke waren noch nicht mal ausgepackt... .

Jawohl, es ist doch wieder ein Weihnachtsbaum geworden, wie er sein soll, vom Fußboden bis zur Decke. Vater hat uns also doch wieder reingelegt, denn diesen Baum hat er bestimmt nicht erst in den letzten Stunden gekauft! Wo er ihn doch wohl nur so lange versteckt haben mag?! Im nächsten Jahr falle ich aber bestimmt nicht wieder darauf rein!

Aber dem Vater gelang es jedes Jahr, seine Kinder in eine große Spannung zu versetzen. Er war sehr fantasievoll und es fielen ihm immer tolle Ideen und Geschichten ein. Schön fand ich auch, dass die Kinder ihre Geschenke erst erraten mussten, indem der Vater zu jedem Geschenk eine Rätselfrage stelle.

Die Kinder wurden zu ihrem Wohle immer sehr gefordert, und die Fantasie angeregt, das war den Eltern sehr wichtig. Es gab also vor der Bescherung noch ein Vorspiel... . Man stellt sich vor, wie sehr die Beziehung unterhalb der Familienmitglieder in Liebe wuchs.

Es ist wieder Urlaubszeit und diesmal befindet sich Hans allein mit seiner Mutter auf einer kurzen Reise, die zu Hans´Großmutter führte, die Mutter seiner Mutter. Es war aber alles andere als ein Erholungsurlaub. Die Großmutter besaß solche antiquierten Vorstellungen, die recht eigen waren und sie damit nicht nur Hans, sondern auch seine Mutter überforderte... .

Auf einer gesellschaftlichen Veranstaltung lernte Hans ein sechsjähriges Mädchen kennen, mit dem er auf einem Spielplatz rannte und die Kleine durch eigenes Verschulden von der Wippe fiel und damit ihr rosa Kleidchen beschmutzte. Heulend rannte sie zu ihrer Familie und ließ dabei Hans zurück. Natürlich war Hans nun der Schuldige, der Böse und dies nicht nur in den Augen des Mädchens, sondern auch in den Augen der Erwachsenen. Hans kehrte nicht zu der Gesellschaft zurück, sondern hielt sich aber in deren Nähe auf. Hans´ Mutter ging auf ihn zu und verlangte von ihm, sich sowohl bei dem Mädchen, als auch bei dessen Angehörigen zu entschuldigen, zumindest aus Liebe zur Mutter.

Auf dem Rückweg kämpften Jungenstolz und Liebe zur Mutter in mir. Schließlich aber siegt die Liebe, trotzdem es mich hart ankam, meinen Stolz so vor einer ganzen Kaffeetafel zu demütigen. Unser Erscheinen wie meine ungeschickte Entschuldigung bei der Mutter des Mädchens wurden mit frostigem Schweigen aufgenommen. Großmutter schnüffelte kummervoll und sagte, auf Zustimmung hoffend: "Er ist doch ein lieber Junge!"
Aber niemand stimmte zu. (...)
"Und entschuldige dich doch bei dem Mädchen, Hans!“ sagte Mutter.
Ich gab dem kleinen verdreckten, rosenroten Äffchen die Pfote und sagte mein Verschen. Während ich dies tat, streckte mir der Fratz triumphierend die Zunge heraus. Die anderen konnten es nicht sehen, weil ich vor ihr stand. Ich war völlig davon überzeugt, dass alle Weiber minderwertige Geschöpfe seien, irgend einer Beachtung durch richtige Jungens nicht wert. (Mutter war natürlich ausgenommen. Aber Mutter war auch kein Weib. Mutter war Mutter!) :-) :-) :-)

Ich komme nun wieder auf die Familienbräuche zurück, da Fallada dem ein ganzes Kapitel gewidmet hat. Ich beschränke mich aber auf den Gebrauch von Büchern. Die Familie besitzt knapp fünftausend Bücher, davon dreitausend der Vater, tausend die Tochter Elisabeth, achthundert der Sohn Eduard und der Rest verteilte sich auf die anderen beiden Kinder. Elisabeth war eine eifrige Leserin, sie las so viel, dass andere Pflichten völlig zu kurz kamen, wie zum Beispiel Schule und Familie. Tausend Bücher für eine Jugendliche, das ist schon enorm. Doch nun folgt eine Textpassage über den Umgang und Haltung zu und mit den Büchern, die mir auch recht gut gefallen hat:

Bei uns wurden Bücher nicht nur gesammelt, sondern auch gelesen. Um sie zu diesem Zweck jederzeit auffinden zu können, mussten sie in Reihen übersichtlich aufgestellt werden. Schon Doppelreihen waren verpönt, so sehr auch Platzmangel die Tiefe mancher Regale dazu verlocken mochten. Das Auge musste alle Schätze stets vor sich haben, es genügte nicht, sie im Dunkeln hinter einer anderen Bücherreihe vegetierend zu wissen. Auch Bücher hinter Glas oder gar hinter Schranktüren durften nicht sein, ein Buch wollte nicht gesucht werden, es musste für die Hand bereitstehen. All diese Leitsätze der Bücheraufstellung waren vom Vater praktisch erprobt, er konnte auch sehr fließend darüber sprechen, wie Bücher zu ordnen seien…
infolge dieser etwas weitläufigen Ausstellung breiteten sich auch bei uns die Bücher allmählich über die ganze Wohnung aus, es gab in jedem Zimmer welche, und mein Auge hat sich von Kind auf so daran gewöhnt, dass mir noch heute ein Zimmer ohne Bücher nicht so sehr nackt wie viel mehr unbekleidet vorkommt.

Die Familie hielt auch mehrere Bedienstete im Haus, und eine davon machte sich heimlich an die Bücher heran, die sie aus der Bibliothek ausleihend entwendet hatte, um sie draußen bei Ihren Freunden und Bekannten gegen Entgelt auszuleihen. Sie brachte die Bücher immer wieder zurück, nahm sich dafür wieder andere. Damit sparten diese Leute die Ausleihgebühr in Bibliotheken, die sie ja nun nicht mehr aufzusuchen brauchten. Irgendwann fliegt alles mal auf, so auch hier der Bücherraub auf Raten, als die Familie Verdacht schöpfte, der auf die Bedienstete fiel und sie geschickt aufgelauert wurde. Natürlich hatte diese Frau alle Bücher wieder zurückzugeben und sie wurde fristlos entlassen. Dazu der Vater Fallada:

"Der eine Gedanke aber tröstet mich", sagte Vater nachdenklich. "All diese Leser haben aus unserer Leihbibliothek nicht ein schlechtes Buch bekommen. Damit stehen wir hoch über der ganzen Konkurrenz.

Ich komme wieder auf die verbotene Lektüre Karl Mays zurück. Nicht nur mir, sondern auch Hans ist unverständlich geblieben, weshalb Karl May zu der verbotenen Literatur gehörte. Auch hierzu möchte ich eine längere Textstelle wiedergeben:

Übrigens Karl May - es ist mir heute noch unverständlich, warum ein sanfter, nicht gerne etwas verbietender Vater eine so tiefe Abneigung gerade gegen diesen Autor hatte. Er war darin unerbittlich. Wir durften uns nie einen Karl May ausleihen, und als Onkel Albert dem Ede und mir ein paar Bände Karl May geschenkt hatte, mussten wir sie beim Familienbuchhändler in schicklichere Lektüre umtauschen.
Vater hat damit nur erreicht, dass meine Liebe zu Karl May immer weiter unter der Asche schmierte. Als ich dann ein Mann geworden war und ein bisschen Geld hatte, habe ich mir alle fünfundsechzig Bände Karl May auf einmal gekauft. Während ich dies schreibe, stehen sie grün golden aufmarschiert in der Höhe meines rechten Knöchels. Ich habe sie nun alle gelesen, nicht nur einmal, sondern mehrere Male. Jetzt bin ich gesättigt von Karl May, ich werde sie kaum wieder lesen.
Ich kann nur vermuten, woher dieses Verbot rührt, da ich aber meine Vermutung an keiner Textstelle festmachen kann, und mir dadurch Beweise fehlen, behalte ich diese für mich.
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen ." (T. Fontane)

UB:
Dickens: Schwere Zeiten
Fallada: Damals bei uns daheim
Kuan: Die Langnasen
Lenz: Die Masken
Leroux: Das Phantom der Oper
Lueken: New-York
Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Mann. T. Erzählungen (1)
Miin: Madame Mao
Muawad: Verbrennungen
Osorio: Mein Name ist Luz
Proust: Sodom und Gomorrha
Senger: Kaiserhofstr. 12
Thackeray: Das Buch der Snobs
Zweig: Brennendes Geheimnis

Gelesene Bücher 2012: 35

Samstag, 26. Mai 2012

Hans Fallada / Bei uns daheim 4


Verlag: Aufbau Tb 2011
Seitenzahl: 383
9,99 €
ISBN-10: 3746627893

Ich bin nun um einige Seiten weiter gekommen. Mir ist die Fallada Familie total sympathisch, und ganz besonders die Eltern.

Nur eines konnte ich nicht nachvollziehen, dass den Kindern verboten wurde, Karl May zu lesen, wo doch dieses Buch mit eines der wenigen ist, in dem die Indianer mal nicht die Bösen sind, sondern diesmal sind es die Weißen. Leider gehen aus dem Buch die Beweggründe dieses Verbots nicht hervor und so kann ich sie nur vermuten.

Hans Fallada berichtet von der Italienreise, die die Eltern ohne die Kinder unternommen hatten. Die Kinder wurden von einer Bekannten betreut, namens Tatie, die allerdings über keinerlei Durchsetzungsvermögen besaß, und sich die Kinder wie Wilde betrugen. Das ist das erste Mal gewesen, wo die Eltern ohne die Kinder verreisten und es war auch das letzte Mal. Doch erst im erwachsenem Alter wusste Hans Fallada den Charakter jener fremden Tante sehr zu schätzen, als sie verstorben war:

Aber, Tatie, ich muss dich loben: trotz all der Qualen und Ängste, die du durch uns ausstandest, hast du uns nicht bei den Eltern verpetztt. Du hast sie nicht zu Hilfe gerufen, du wolltest es durchhalten. Und wenn die Eltern doch überraschend und sehr viel früher als erwartet aus Italien zurückkamen, herbeigerufen von Unter oder Oberbewohnern, die den Tumult nicht mehr ertragen konnten, du hast uns in Schutz genommen und alles geschehene Unheil nur deinem völligen Mangel an Fähigkeit, mit Kindern umzugehen, zugeschrieben. Du hast es erreicht, dass keinerlei peinliche Fragen an uns gestellt, kein strenges Strafgericht abgehalten wurde.

Auch wenn diese Szene für den einen oder anderen recht banal erscheint, mir hat sie total gut gefallen, denn Banalitäten prägen die Welt. Mir hat Tatie sehr gut getan über sie zu lesen, dass sie doch an das Gute dieser Kinder zu glauben wusste und sie frei von der Gier und Lust war, den Eltern unbedingt von den Untaten berichten zu müssen. Auch wenn Tatie diese Fallada Lobrede nicht mehr erfahren konnte, so bin ich doch sicher, dass sie mit ihrem Verhalten einen Abdruck in der Welt zurückgelassen hat. Und in der Seele der Kinder bleibt dieser Abdruck ebenso zurück. Und das ist das Wesentliche.

Ich komme wieder auf das Sparverhalten der Fallada Eltern zurück, die nicht aus der Habsucht heraus sparsam lebten:

Wer es nicht selbst miterlebt hat, kann es sich gar nicht vorstellen, mit welcher Intensität die Generation um die Jahrhundertwende sparte. Das war nicht etwa Geiz, sondern eine tiefe Achtung vor dem Geld. Geld für Arbeit, oft sehr schwere Arbeit, oft sehr schlecht bezahlte Arbeit, und es war darum sündlich und verächtlich, mit Geld schlecht umzugehen. Auch Vater war gar nicht geizig, ich habe es später oft erfahren, wie großzügig er war, wenn eines seiner Kinder Geld brauchte, wie glücklich er dann war, seine sauer ersparten Hunderte oder gar Tausende einem von uns zu schenken. Aber derselbe Vater konnte sehr, sehr ärgerlich werden, wenn er die Seife im Badezimmer schwimmend fand, so dass sie aufweichte und sich zu rasch verbrauchte. Beim Händewaschen hatte er einen besonderen Trick, die Seife fast trocken zwischen den Händen nur durch rutschen zu lassen, das sparte! (…) So war mein Vater von hundert Ideen, die Ausgaben einzuschränken, und ich muss gestehen, dass keine einzige dieser Sparmaßnahmen die Behaglichkeit des Hauses verminderte oder den Gedanken an Mangel aufkommen ließ (natürlich abgesehen von meinen geflickten Hosen ).

Es folgt nun eine Szene, die mich so sehr amüsierte, dass ich nur schwer aus dem Lachen wieder herausgekommen bin. Die Familie befindet sich im Zug auf dem Weg in den Sommerurlaub. Der Zug war ein ganz gewöhnlicher Personenzug. Als ein D-Zug an ihnen vorbeirauschte, waren die Buben von dem D-Zug völlig angetan. Hans fragte seinen Vater, weshalb sie nicht mit einem D - Zug in den Urlaub fahren würden, so kam folgende Antwort:

"Aber warum denn, mein Sohn? Du sitzt hier wie dort auf Holz, aber du musst es teurer bezahlen und hast weniger davon, denn Du bist drei Stunden eher am Ziel. Warum sollen wir der Eisenbahn drei Stunden schenken?"  

Aus dieser Perspektive habe ich das Fahren mit dem Personenzug noch gar nicht gesehen. Vater Fallada würde heute wahrscheinlich in keine ICEs einsteigen, *grins*.

Hans Fallada war ein hellblondes lockiges Kind, das sein Haar nur wegen der Locken schulterlang tragen musste. Hans war es leid und bettelte bei der Mutter, sich die Haare doch abschneiden lassen zu dürfen, damit er endlich wie ein richtiger Junge aussehen könne. Die Mutter lehnte ab.
Doch eines Sommers, als sich die Familie auf eine Reise vorbereitete und sie zu sehr damit beschäftigt war, ging Fallada alleine zum Friseur, bei dem er sich das Prachtexemplar an Haar und Locken komplett abrasieren ließ. Ganz zum Erstaunen der Eltern:

Mutter mochte ihre Augen noch so sehr reiben. Das Gespenst blieb. Da begriff sie, was geschehen war, sie brach in Tränen aus und rief: "Junge, Junge, was hast du da nur wieder gemacht! Deine schönen Haare! Wie siehst du aus?! Was hast du nur für die Ohren?! Du siehst ja richtig wie ein Topf mit zwei Henkeln aus!

Richtig verletzt darüber zeigte sich noch mehr der Vater von Hans, der in einen Zornesausbruch geriet, als er den kurzgeschorenen Sohn erblickte.

Bei dieser besonderen Gelegenheit, so muss ich sagen, hat mich mein sanfter Vater sehr enttäuscht. Sein Zorn über den Lockenraub schien ihm in keinem Verhältnis zu stehen zu der Größe meines Vergehens. Er behauptete, ich sehe schändlich aus wie ein Zuchthäusler! Nur Zuchthäusler hätten so kahl geschorene Köpfe!! Kein Mensch könne sich mit mir auf der Straße sehen lassen!!! Vor Verwandten und Bekannten müsse ich versteckt werden! Und was die Fahrt in die Sommerfrische angehe, so weigere er sich, mit mir im gleichen Abteil zu fahren! Mutter könne tun, was sie wolle, aber er, setze sich nicht mit ein Zuchthäusler auf die gleiche Bank!! (…)
Wenn ich mir heute diesen sonst ganz unverständlichen Zorn meines Vaters überlege, glaube ich, dies Wort > Zuchthäusler < gibt einen Schlüssel zur Erklärung. Mein Vater war Jurist, er war Richter, er war Strafrichter, und so den von ihm so schwer empfundenem Pflichten eines Richters gehörte es, Todesurteile zu verhängen. (…) Aber mein Vater hatte nicht nur Todesurteile zu fällen, sondern er hatte ihnen auch, wie ich glaube, nach dem Brauch damaliger Zeit gelegentlich beizuwohnen. Welche Qual das für diesen zarten überempfindlichen Menschen gewesen sein muss! Aber so zart er war, so mutig war er auch: er dachte nie daran, sich dieser Folge eines Urteils zu entziehen. Doch hat er bei diesen Gelegenheiten und Zuchthäusler in den abschreckenden Situation gesehen, und das Zeichen des Zuchthäusler war eben der kahl geschorene Kopf!

Auch wenn Hans Fallada ein wenig anderer Meinung ist, so glaube ich doch als neutrale Beobachterin, dass der Vater, der nicht so gerne Todesurteile fällte und unbewusst auch sehr darunter litt, erschrak bei dem Anblick seines Sohnes, indem er den rasierten Kopf automatisch mit einem zum todeverurteilten Sträfling assoziierte. Hans Fallada allerdings ist eher der Meinung, dass der Zornesausbruch aus purer törichter Vatereitelkeit herrührte.
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen ." (T. Fontane)

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Dickens: Schwere Zeiten
Fallada: Damals bei uns daheim
Kuan: Die Langnasen
Lenz: Die Masken
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Lueken: New-York
Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Mann. T. Erzählungen (1)
Miin: Madame Mao
Muawad: Verbrennungen
Osorio: Mein Name ist Luz
Proust: Sodom und Gomorrha
Senger: Kaiserhofstr. 12
Thackeray: Das Buch der Snobs
Zweig: Brennendes Geheimnis

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Hans Fallada / Damals bei uns daheim 3



Verlag: Aufbau Tb 2011
Seitenzahl: 383
9,99 €
ISBN-10: 3746627893

 Fallada besuchte ein humanistisches Gymnasium und hatte auch in der Schule so manche Schwierigkeiten, allerdings nicht im intellektuellen Bereich, sondern im Sozialverhalten durch andere. Seine Mutter war sehr sparsam, Kleider, die schon längst abgenutzt und löchrig waren, versetzte sie diese immer wieder mit Flicken und die Flicken entsprachen nicht immer der Farbe des Kleidungsstücks. Dadurch wurde Fallada in der Schule gehänselt, hauptsächlich von Jungens, die schlecht lernten und recht auffällig waren. Fallada beschwerte sich bei der Mutter, dass er die geflickten Kleider nicht mehr tragen wolle, doch die Mutter zeigte keinerlei Verständnis, und wies dies als eine vorübergehende Jungenlaune ab und dass Hans keinen Spaß verstehen würde. Fallada argumentierte, dass man ihn nicht auf eine so feine Schule schicken solle, wenn man ihn nicht auch angemessen kleiden könne und er zum Gespött seiner Mitschüler würde… .

Auch mit dem Latein und Griechischprofessor Olearius hatte Fallada seine Probleme, da der Lehrer jeden Schüler verachtete, der seinen Lehren nicht nachkam. Der Professor nahm die Lernschwäche eines jeden Schülers dermaßen persönlich, dass er es dem Schüler mit Hass zu spüren gab. Auch Hans wurde von dem Professor dermaßen negativ eingeschüchtert, dass er vor lauter Angst vor dem Professor nicht mehr richtig lernen konnte. Hans wechselte das Gymnasium. Fallada Vater hatte eine Unterredung mit dem Professor, der ihm Schulängste seines Sohnes schilderte, so attestierte der Professor dem Vater gegenüber ein minderbegabtes Kind:

"Ich muss Ihnen empfehlen, (…) Ihren Sohn sofort vom Gymnasium abzumelden. Schon damit er einem consilium abeundi entgeht, denn ich fühle mich verpflichtet, das mir von Ihnen Mitgeteilte dem Lehrerkollegium zu unterbreiten. Für die Weiterbildung ihres Sohnes halte ich nun freilich eine Volksschule für das höchst Erreichbare, vielleicht wäre noch richtiger eine Anstalt für geistig zurückgebliebene Kinder. Dieses ewige Heulen, diese Unfähigkeit, auch die einfachsten lateinischen Form zu erlernen, scheinen mir auf einen leichten Schwachsinn zu deuten."

Fallada ist mittlerweile fünfzehn Jahre alt, als sein Vater nun anfängt, ihn in seine beruflichen Pläne einzuweihen und einzubinden:

Gewiss, ich hatte Zeiten, da ich jeden Morgen, wenn alle noch schliefen, in Vaters Arbeitszimmer schlich und seine Akten las. Aber mich interessierte nicht so sehr das Juristische wie das Menschliche in ihnen. Mit klopfendem Herzen las sich die Vernehmungsprotokolle des Untersuchungsrichters, eines nach dem anderen, in denen der Beschuldigte leugnet, Ausflüchte macht, seine Unschuld beteuert. (…) In dieser Richtung interessierte mich die Juristerei schon, aber das war ganz und gar nicht das, was Vater wollte. Er suchte mich für die andere Seite des Falles zu interessieren, nicht wie es zu einem Verbrechen gekommen war, sondern was ein Richter nun mit einem solchen Verbrechen anzufangen hat, damit sollte ich mich beschäftigen!

Und hier, so denke ich, hat Fallada sowohl seine Beobachtungen als auch seine Lehren aus den Akten des Vaters gewonnen. Dadurch wurde er geprägt und lernte die Partei des Angeklagten kennen und zu verstehen.

Falladas Vater hat mir eigentlich auch irgendwie imponiert. Aus seiner juristischen Praxis heraus machte er die Erfahrung, dass Prozesse eine langwierige und kostspielige Angelegenheit sei, und er dadurch eher ein Mensch geworden ist, der Konflikte mied und der Harmonie wegen sowohl innerhalb der Familie als auch im Bekanntenkreis Konflikten zu lösen oder zu umgehen wusste. Es wurde ein Beispiel geschildert, als ein Gast angab, Falladas Vater besitze eine Krone, die nicht ihm gehören würde. Daraufhin die Reaktion des Vaters:

"Lieber Mann, Sie dürfen gerne meine Krone mitnehmen. Sie ist mir den Frieden meines Hauses wert.- Denn (…) -ich bin ein alter Richter und weiß, dass Prozesse Menschenfresser sind. Sie verschlingen nicht nur Geld, Glück, Frieden, sie verschlingen auch oft die Protestierenden mit Haut und Haar."

Das fand ich doch auch ein schönes Bild und ich bewundere diesen Mann zu dieser Fähigkeit.

Nun soll es für heute genug sein und freue mich auf morgen auf die weitere Lektüre. 
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen ." (T. Fontane)

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Hans Fallada / Damals bei uns daheim 2





Das Buch gefällt mir recht gut, nicht nur wegen des Humors… und nun weiß ich, woher Hans Fallada seine Neigung zur Menschlichkeit, die ich so sehr an ihm schätze, entwickelt hat.

Doch davon später mehr… .

Hans Fallada stammt aus einer sechsköpfigen Familie, und er das älteste Kind ist. Von den Geschwistern hat er zwei Schwestern, Elisabeth und Frieda und einen Bruder namens Ede.

Der Vater, Arthur Fallada, ist von Beruf Kammergerichtsrat, der später zum Amtsrichter aufgestiegen ist.

Arthur Fallada stammt aus einer langen Familientradition, in der es üblich war, dass der älteste Sohn den Beruf eines Juristen ergreift. Nun trifft es Hans, die Kette zu erweitern. Ich bin neugierig, ob es ihm gelingen wird, sich gegen diese berufliche Familiensitte aufzulehnen.

Die Mutter dagegen, Louise, stammt aus einer Pastorenfamilie… .

Als Erziehungswissenschaftlerin interessiere ich mich natürlich für die Erziehungsmethoden im Hause Fallada, und mir die Eltern, besonders der Vater, doch einen großen Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Der Vater war gegen Gewalt und schlug seine Kinder nur seltenst. Doch Hans und sein Bruder waren keineswegs darüber so erfreut:

Ach Gott, was wären Ede und ich glücklich gewesen, wenn wir wie andere Jungens eine kräftige Tracht Prügel gekriegt hätten! Aber mein Vater war weder für Prügel noch für Schelten, alles Gewaltsame und Laute widerstrebt es seiner Natur. Er strafte haargenau auf dem Gebiet, auf die man gesündigt hatte.

Die Familie bereitete sich zu Hause auf einer Veranstaltung vor, und so wurde ein großes Mahl für die Gäste zubereitet. Die beiden Jungens Hans und Ede stürmten heimlich die Speisekammer, indem sie sich an dem Baumkuchen hermachten, so dass er den Gästen gar nicht mehr anzubieten war. Natürlich waren die Eltern recht verärgert, und während die Jungen abends in ihren Betten lagen und auf den Besuch ihrer Eltern lauerten, waren sie doch sehr erstaunt dass dieser ausblieb. Die Eltern ließen sich ihren Ärger nicht anmerken, und bestraften ihre Kinder ohne jeglichen Tadel und Vorwürfe, aber die Kinder bekamen dreimal am Tag über einen längeren Zeitraum nur noch Baumkuchen zu essen . Den Kindern ist dadurch der Appetit nach Baumkuchen gänzlich vergangen. Als sie wieder normale Kost vorgesetzt bekamen, aßen sie sogar Mahlzeiten, die sie vor der Kuchenzüchtigung für ungenießbar hielten. Nun wurde das anders, die Kinder aßen plötzlich alles, nur keinen Baumkuchen mehr. Diese Erziehungsmethode war mit Erfolg gekrönt.

Mein Vater hielt es in diesem Punkt mit den Homöopathen, kurierte Gleiches mit Gleichem, similia similibus , und konnte im Ganzen recht zufrieden mit den Ergebnissen seiner Erziehungsmethode sein, lag es nun an der Methode oder an den Kindern.

Viele Stellen in dem Buch finde ich recht lustig. Ein verstorbener Onkel von Hans vererbte der Familie diverses Geschirr und einen älteren Schrank, der beim Vater eher auf Ablehnung stieß:

Auf dem Wege der Erbschaft kam in unsere Familie der riesige Eichenschrank, der nach meines Vaters Ausspruch jeden Gedanken an Umziehen unmöglich machte. Es sei eine weitläufige Burg , kein Schrank. Selbst Berliner Möbelleute seien ihm nicht gewachsen …

Ein Möbelstück mit einer Burg zu vergleichen fand ich sehr originell.

Hans hatte einen festen gleichaltrigen Freund, der Sohn eines Arztes, der selbst auch Hans heißt, Hans Fötsch, mit dem er so einige elterliche Verbote betrieb. Mit dem Schlendern durch die Berliner Stadt gerieten die beiden unverhofft in das Scheunenviertel, ein sozialer Brennpunkt, der bekannt war für sozialen Abstieg und Kriminalität. Die beiden Jungen wurden auch belästigt, so dass sie sehr schnell die Flucht aus dem Scheunenviertel ergriffen hatten:

"Das war das Scheunenviertel", erklärte Fötsch. " Vater hat mir davon erzählt. Da trauen sich Große nicht mal bei Tage rein. Darin leben bloß Verbrecher."
"Das ist ausgeschlossen, Fötsch!" sagte ich. "Alle Verbrecher kommen immer gleich ins Gefängnis oder Zuchthaus.“

Fallada leitete dies aus dem Beruf seines Vaters ab und er der Meinung war, er müsste besser Bescheid wissen als der Freund. Allerdings wusste Fallada nicht, dazu war er noch zu sehr Kind, dass auch Ärzte berufsbedingt sehr viel herumkommen müssen, und sich sehr wohl mit den Wohnbezirken auskennen.

Die beiden waren über zwei Stunden von zu Hause entfernt, so dass sie es bis zum Abendessen nicht mehr rechtzeitig schafften. Falladas Mutter geriet in großer Sorge, da es in dem Hause nicht üblich war, sich zu verspäten, anders in der Familie des Freundes, wo über eine Verspätung hinwegsehen werden konnte:

Vater hatte sofort die Schwere des Falles begriffen, als meine Mutter ihm ihre Sorge offenbarte.
In seinem überaus geordneten Haushalt, in dem schon eine Verspätung von zwei Minuten als Übertretung, von zehn Minuten als Vergehen und von einer Viertelstunde als Verbrechen angesehen wurde, hat es eine Verspätung von eineinhalb Stunden überhaupt noch nicht gegeben! Das konnte nur ein Unglück bedeuten …

Diese Textstelle fand ich auch recht interessant, wobei sich die Kinder nur deshalb verspätet hatten, weil plötzlich Hans von einer Zwangsvorstellung ergriffen wurde, die Straßenbahn könne ausbrennen und er nicht den Mut hatte, in diese einzusteigen. Aus der Zeitung entnahm er mal, dass eine Straßenbahnen mit Schutzgittern ausgebrannt war und er sich darauf fixierte, dass nun alle Straßenbahnen mit Schutzgittern ausbrennen müssten und so wartete er auf die nächste Bahn, und wieder auf die nächste Bahn, bis er begriff, dass die Straßenbahnen in diesem Viertel alle so aussahen, er sich aber von seiner Zwangsvorstellung noch immer nicht erholen konnte. Der Freund hatte sich längst von Hans losgesagt, während Fallada erst am Abend gegen 23:00 Uhr zu Hause eintrudelte. Er log den Eltern eine Geschichte vor, da Hans nicht ahnen konnte, dass die Eltern schon längst informiert waren, dass sowohl er als auch der Freund sich in dem Scheunenviertel aufhielten und Hans es nicht schaffte in die Straßenbahn einzusteigen. Hans bereute seine Lügen, zum ersten Mal wurde er von seinem Vater übers Knie gelegt:

Und doch wäre vieles in meinem Leben vielleicht anders gekommen, wenn mein langmütiger Vater nicht gerade an diesem Abend die Geduld verloren hätte. Vielleicht hätte ich, nicht so summarisch abgestraft, den Mut gefunden, ihm von meinen Ideen über Elektrische mit Schutzgittern etwas zu erzählen, und vielleicht hätte er dabei doch - obwohl so etwas damals leicht als kindliche Albernheit abgetan wurde – aufgehorcht und sich gesagt: dahinter steckt etwas anderes, und zwar leider noch etwas Schlimmeres als Unpünktlichkeit und Schwindeln.
So habe ich meine ganze Jugend hindurch-und noch manches Jahr danach - an diese
immer wiederkehrende fixe Ideen gelitten und habe doch damals nie mit einem Menschen darüber sprechen können. Die Gelegenheit war mit jenem Prügelabend endgültig verpasst.

Im nä. Teil folgen weitere Textinterpretationen. 
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"Die rechte Vernunft kommt aus dem Herzen." (T. Fontane)

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Gelesene Bücher 2012: 35

Freitag, 25. Mai 2012

Literaturliste gelesener Bücher ab Nov. 2010

Autor und Titel
  1. Abdolah, Kader: Dawuds Traum
  2. Abdolah, Kader: Das Haus an der Moschee
  3. Abdolah, Kader: Mohammad, der Prophet
  4. Abulhawa, Susan: Während die Welt schlief
  5. Agaoglu, Adalet: Sich hinlegen und sterben
  6. Agus, Milena: Die Gräfin der Lüfte
  7. Ahern, Cecilia: Der Ghostwriter
  8. Ahern, Cecilia: Zeit deines Lebens
  9. Alameddine, Rabih: Eine überflüssige Frau
  10. Albus, Anita: Über Proust 
  11. Allende, Isabel: Amandas Suche 
  12. Allende, Isabel: Das Geisterhaus
  13. Allende, Isabel: Das Portrait aus Sepia
  14. Allende, Isabel: Das Siegel der Tage
  15. Allende, Isabel: Der japanische Liebhaber
  16. Allende, Isabel: Die Insel unter dem Meer
  17. Allende, Isabel: Die Stadt der wilden Götter
  18. Allende, Isabel: Eva Luna
  19. Allende, Isabel: Fortunas Tochter
  20. Allende, Isabel: Inés meines Herzens
  21. Allende, Isabel: Mayas Tagebuch
  22. Allende, Isabel: Mein erfundenes Land
  23. Allende, Isabel: Paula
  24. Allende, Isabel: Von Liebe und Schatten
  25. Amin, Manisha Jolie: Der Klang der Sehnsucht
  26. Andersen, Jens: Astrid Lindgren / Ihr Leben
  27. Anderson, Laurie Halsen: Wintermädchen
  28. Andersson, Per J. : Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr ...
  29. Anglada, Maria Àngelis: Die Violine von Auschwitz
  30. Arditi, Metin: Tochter des Meeres
  31. Ariel, Denis: Stille in Montparnasse 
  32. Arjouni, Jakob: Magic Hoffmann
  33. Arnold, Elizabeth Joy: Einundachtzig Worte
  34. Atxaga, Bernardo: Der Sohn des Akkordeonspielers
  35. Augustin, Ernest: Robinsons blaues Haus
  36. Austen, Jane: Emma
  37. Austen, Jane: Mansfield Park
  38. Austen, Jane: Verstand und Gefühl 
  39. Auster, Paul: 4321    
  40. Baily, Virginia: Im ersten Licht des Morgens
  41. Baldürsdöttir, Kristian Marja: Die Eismalerin
  42. Bánk, Zsuzsa: Der Schwimmer 
  43. Bannerhed, Tomas: Die Raben
  44. Baral, Maria: Wie ein Stein im Geröll
  45. Barbanell, Sylvia: Wenn deine Tiere sterben
  46. Barnery, Muriel: Die Eleganz des Igels
  47. Barry, James Matthew: Peter Pan
  48. Barry, James Matthew: Peter Pan
  49. Bar-Gil, Eran: Zwillingsstern
  50. Baum, L. Frank: Der Zauberer von Oz
  51. Becker, Jurek: Bronsteins Kinder                                             
  52. Beecher-Stowe, Harriet: Onkel Toms Hütte 
  53. Bergmann, Emanuel: Der Trick                                                     
  54. Bernhard, Thomas: Der Atem         
  55. Bernhard, Thomas: Der Keller
  56. Bernhard, Thomas: Die Ursache 
  57. Bernhard, Thomas: Ein Kind 
  58. Binkert Dörthe: Weit übers Meer
  59. Birkegaard, Mikeel: Die Bibliothek der Schatten
  60. Bollmann, Stefan: Warum ein Leben ohne Goethe sinnlos ist
  61. Bonnet, Jacques: Meine vielseitigen Geliebten
  62. Botton, de Allain: Wie Proust Ihr Leben verändern kann 
  63. Brahm, Ajahn: Der Elefant, der das Glück vergaß
  64. Brahm, Ajahn: Die Kuh, die weinte
  65. Brahm, Ajahn:  Öffne die Tür zu deinem Herzen
  66. Bredbury, Gay: Fahrenheit 451    
  67. Brizuela, Leopoldo: Nacht über Lissabon
  68. Bronté, Anne: Agnes Grey  
  69. Bronté, Charlotte: Villette                                                           
  70. Bunin, Iwan: Das Dorf und Suchodol
  71. Bussi, Michel: Das Mädchen mit den blauen Augen                                                                  
  72. Calvino, Italo: Der Baron auf den Bäumen
  73. Camus, Albert: Der erste Mensch 
  74. Canetti, Elias:  Die Blendung 
  75. Capus, Alex: Fast ein bißchen Frühling 
  76. Casplan, Hanna: Die Kirsdhvilla                                           
  77. Celati, Gianni: Was für ein Leben
  78. Chang, Eileen: Das Reispflanzerlied
  79. Chatelet, Noelle: Die letzte Lektion
  80. Chatwin, Bruce: Traumpfade
  81. Chevalier, Tracy: Zwei bemerkenswerte Frauen
  82. Christi, Agatha: Blausäure
  83. Christi, Agatha: Das Haus an der Düne
  84. Christie, Agatha; Der Wachsblumenstrauß
  85. Christie, Agatha: Die Kleptomanin
  86. Christie, Agatha: Die Tote in der Bibliothek 
  87. Christie, Agatha: Mord im Orientexpress
  88. Christie, Agatha: Vorhang
  89. Coe, Jonathan: Der Regen, bevor er fällt
  90. Collodi, Carlo: Pinocchio
  91. Cooper, Diana: Die Botschaft der Tiere
  92. Cunningham, Michael: Die Schneekönigin
  93. Cunningham, Michael: Die Stunden                                                                 
  94. Dacia, Maraini: Die stumme Herzogin
  95. Dacia Maraini: Gefrorene Träume
  96. Damm, Sigrid: Cornelia Goethe
  97. Davies, Adam: Goodbye Lemon
  98. Davis, Brooke: Noch so eine Tatsache über die Welt
  99. De Carlo, Andrea: Als Durante kam
  100. De Carlo, Andrea: Die Laune eines Augenblicks 
  101. De Stefano, Cristina: Oriana Fallaci
  102. De Winter, Leon: Gerimono                            
  103. Defoe, Daniel: Moll Flanders  
  104. Dega, Fabio: Die wundersame Reise
  105. Degen, Michael:  Der traurige Prinz
  106. Degen, Michael: Familienbande
  107. Degen, Michael: Mein heiliges Land
  108. Degen, Michael: Nicht alle waren Mörder
  109. De Moor, Margriet: Erst grau dann blau dann weiß
  110. De Waal, Edmund: Der Hase mit den Bernsteinaugen
  111. Di Borgo, Philippe Pozzo: EInfach Freunde
  112. Dickens, Charles: Bleak House 
  113. Dickens, Charles: Eine Geschichte aus zwei Städten
  114. Dickens, Charles: Der Raritätenladen
  115. Dickens, Charles: Eine Weihnachtsgeschichte
  116. Dickens, Charles: Schwere Zeiten
  117. Dickens, Charles: Große Erartungen                                                                   
  118. Dickens, Charles: Nikolaus Nickleby   
  119. Dickens, Charles: Die Silvesterglocken
  120. Di Luca, Fulvio:   Der Junge, der Träume schenkte
  121. Doerr,  Anthony: Memory Wall
  122. Dohnanyi, v. Hans: Mir hat Gott keinen Panzer ums Herz gelegt
  123. Domingues; Carlos-Maria: Das Papierhaus 
  124. Donoguhe, Emma: Raum
  125. Doron, Lizzi: Das Schweigen meiner Mutter
  126. Dostojewski, Fjodot M: Der Spieler
  127. Dostojewski, Fjodor: Die Sanfte
  128. Duenas, Maria: Wenn ich jetzt nicht gehe
  129. Dumas, Alexandre: Der Graf von Monte Christo
  130. Enright, Anne: Das Familientreffen                                                  
  131. Erdrich, Louise: Der Club der singenden Metzger 
  132. Eowyn, Ivey: Das Schnee Mädchen
  133. Eugenides, Jeffray: Middlesex                                      
  134. Fallada, Hans: Bauen, Bonzen und Bomben
  135. Fallada, Hans: Damals bei uns daheim
  136. Fallada, Hans: Der Alpdruck 
  137. Fallada, Hans: Der eiserne Gustav 
  138. Fallada, Hans: Der Trinker                                                   
  139. Fallada, Hans: Ein Mann will nach oben                                                             
  140. Fallada, Hans: Jeder stirbt für sich allein
  141. Fallada, Hans: Kleiner Mann – großer Mann – alles vertauscht
  142. Fallada, Hans: Kleiner Mann, was nun?
  143. Fallada, Hans: Wer aus dem Blechnapf frißt 
  144. Fallada, Hans: Wolf unter Wölfen
  145. Fante, John: 1933 war ein schlimmes Jahr
  146. Ferrante, Elena: Meine geniale Freundin
  147. Feyl, Renate: Das sanfte Joch der Vortrefflichkeit
  148. Fitzgerald, F. Scott: Der große Gatsby                                             
  149. Fitzgerald, F. Scott: Der seltsame Fall des Benjamin Button
  150. Fitzpatrick, Sonya: Tierseelen im Jenseits
  151. Foenkinos, David: Charlotte
  152. Fontane, Theodor: Der Stechling                          
  153. Fontane, Theodor: Frau Jenny Treibel                                                                 
  154. Fontane, Theodor: Irrungen Wirrungen
  155. Forster, Margaret: Schattenkinder
  156. Fournier, Henri: Der große Meaulnes (1)
  157. Francis, Felix: Glücksspiel
  158. Francis, Dick & Felix: Schikanen
  159. Franck, Julia: Die Mittagsfrau
  160. Franck, Julia: Rücken an Rücken                                                              
  161. Frederiksson, Marianne: Hannas Töchter
  162. Frischmuth, Barbara: Vergiss Ägypten
  163. Funke, Cornelia: Tintenherz      
  164. Geda, Fabio: Die wundersame Reise           
  165. Geiger, Arno: Der alte König in seinem Exis                                                      
  166. Gelfert, Dieter: Charles Dickens, der Unnachahmliche
  167. Gilmour, David: Unser allerbestes Jahr 
  168. Glasfurd, Guinevere: Worte in meiner Hand
  169. Gramer, Egon: Zwischen den Schreien
  170. Grange, la Zelda: Good Morning, Mr. Mandela
  171. Grass, Günter: Katz und Maus
  172. Greenslade, Frances: Der Duft des Regens
  173. Gruen Sara: Wasser für die Elefanten
  174. Guelfenbein, Carla: Der Rest ist Schweigen 
  175. Guillou, Jan: Die Schwestern
  176. Guterson, David: Ed King                                                      
  177. Hagendorn, Volker: Bachs Welt
  178. Haig, Matt: Ich und der Mensch
  179. Haley, Alex: Roots 
  180. Hanff, Helene: 84, Charing Cross Road
  181. Hanif, Mohammad: Alice Bhattis Himmelfahrt 
  182. Hanif Mohammed: Eine Kiste explodierender Mangos
  183. Hansen, Dörte: Altes Land
  184. Hansen, Erik Fosnes: Das Löwenmädchen
  185. Hansen, Erik Fosnes: Choral am Ende der Reise
  186. Hardy, Thomas: Die Woodlanders
  187. Hardy, Thomas: Herzen im Aufruhr
  188. Hardy, Thomas: Tess
  189. Hart, Maarten ´t: Das Paradies liegt hinter mir
  190. Hart, Maarten ´t: Das Wüten der ganzen Welt
  191. Hart, Maarten ´t: Die Sonnenuhr
  192. Hart, Maarten ´t: Unter dem Deich
  193. Hatfield, Fred: Nördlich der Sonne
  194. Hein, Christa: Der Blick durch den Spiegel
  195. Hekman, Kerstin: Hexenringe
  196. Heldt, Dora: Ausgeliebt
  197. Hemingway, Ernest: Paris, ein Fest fürs Leben
  198. Henderson, Smith: Montana
  199. Henning, Peter: Die Ängstlichen
  200. Hermanson, Marie: Himmelstal 
  201. Herrndorf, Wolfgang: Tschick
  202. Hesse, Hermann: Unterm Rad
  203. Hilmes, Oliver: Berlin 1936
  204. Hotchner, A. E.: Papa Hemingway       
  205. Hugo, Victor: Der Glöckner von Notre-Dame
  206. Horaczek, Nina, u. a.: Gegen Vorurteile
  207. Husseini, Khaled: Tausend strahlende Sonnen 
  208. Hustvedt, Siri: Der Sommer ohne Männer
  209. Huxley, Aldous: Schöne neue Welt
  210. Ibsen, Henrik: Die Dramen / Peer Gynt                                                               
  211. Ibsen, Henrik: Die Stützen der Gesellschaft                                                     
  212. Ibsen, Henrik: Nora Oder das Puppenheim 
  213. Ibsen, Henrik Gespenster                                                                                  
  214. Ibsen, Henrik: Die Wildente                                                                                
  215. Ibsen, Henrik: Die Frau vom Meer                                                                     
  216. Ibsen, Henrik: Hedda Gabler        
  217. Ibsen, Henrik: Wenn wir Toten wieder erwachen
  218. Irving, John: In einer Person   
  219. Ishiguro, Kazuo: Alles, was wir geben mussten
  220. Izaguirre, Marian: Als die Träume noch uns gehörten
  221. Izquierdo, Andreas: König von Albanien

  222. Jacobsen, Roy: Das Dorf der Wunder 
  223. Jacobson, Howard: J
  224. Javíer Marias: Die Reise über den Horizont 
  225. James A. Michener / Dresden, Pennsylvania       
  226. James, Henry: Daisy Miller  
  227. Jebral,  Rula: Miral      
  228. Jenkins, Steve u. a. Esther, das Wunderschwein                                                                       
  229. Jenison, Magd: Zwei Buchhändlerinnen in New-York 
  230. Jens, Tilman: Demenz
  231. Jens, Tilman: Vatermord
  232. Jóhannesdótitir, Steinunn: Das sechste Siegel
  233. Jonasson, Jonas: Die Analphabetin, die rechnen konnte 
  234. Johansson, Lars Vasa: Anton hat kein Glück
  235. Jones, Sadie: Der Außenseiter
  236. Kästner, Erich: Fabian
  237. Kalanithi, Paul: Bevor ich jetzt gehe
  238. Karlauf, Thomas: Helmut Schmidt
  239. Karlsson, Jonas: Das Zimmer
  240. Keefer, Janice Kulyk: Die grüne Bibliothek
  241. Kehlmann, Daniel: Die Vermessung der Welt
  242. Kipling, Rudyard: Das Dschungelbuch
  243. Kirchhoff, Bodo: Widerfahrnis
  244. Kirschner, Ann: Salas Geheimnis
  245. Klepper, Beate: Büchners Braut  
  246. Klüver, Henning: Gebrauchsanleitung Italien 
  247. Knipfel, Jim: Blindfisch
  248. Koehne Heide: Der Buchladen 
  249. Kolb, Ulrike: Yoram
  250. Krechel, Ursula: Landgericht
  251. Krechel, Ursula: Shanghai fern von wo
  252. Kristof, Agota: Die Analphabetin
  253. Kulin, Ayse: Der schmale Pfad
  254. Kurkow, Andrej: Picknick auf dem Eis
  255. Kuttner, Sarah: Mängelexemplar
  256. Kyrö, Tuomas: Bettler und Hase
  257. Lagerlöf, Selma: Marbacka
  258. Lahutski, Alan Philip John: Wolkengänger
  259. Lappert, Rolf: Auf den Inseln des letzten Lichts
  260. Larsson, Asa: Bis dein Zorn sich legt
  261. Larsson, Asa: Sonnensturm
  262. Lee, Harper: Gehe hin, stelle einen Wächter
  263. Lee, Harper: Wer die Nachtigall stört
  264. Lelord, Francois: Die kleine Souvenierverkäuferin
  265. Lelord, Francois: Hector und das Wunder der Freundschaft      
  266. Lelord, Francois: Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück 
  267. Lenz, Siegfried: Deutschstunde  
  268. Lenz, Siegfried: Die Schweigeminute 
  269. Lenz, Siegfried: Heimatmuseum
  270. Leroux, Gaston: Das Phantom der Oper
  271. Lethen,  Jonathan: Die Festung der Einsamkeit 
  272. Li, Yjun: Die Sterblichen 
  273. Lindgren, Astrid: Das Entschwundene Land
  274. Lindgren, Astrid: Die Menschheit hat den Verstand verloren
  275. Lindgren, Astrid: Kati in Amerika Italien Paris
  276. Lindgren, Astrid: Mio, mein Mio
  277. Lindgren, Astrid: Zum Donnerdrummel
  278. Lindner, Lilly: Bevor ich falle
  279. Lindner, Lilly: Da vorne wartet die Zeit
  280. Lindner, Lilly: Die Autobiographie der Zeit
  281. Llach, Lluís: Die Frauen von La Principal
  282. Lösch, Mashanti Martine: Wir kommen in Frieden
  283. Longerich, Peter: Wannseekonferenz
  284. Longo, Davide: Der aufrechte Mann
  285. Loo, Tessa de: Die Zwillinge
  286. Lueken, Verena: New York 
  287. Lüpkes, Sandra: Inselfrühling
  288. Lustiger, Gil: So sind wir                                                              
  289. Mak, Geert: Die vielen Leben des Jan Six
  290. Malerba, Luigi: Römische Gespenster
  291. Mankell, Henning: Der Chronsit der Winde
  292. Mann, Heinrich: Professor Unrat    
  293. Mann, Thomas: Der Bajazzo                
  294. Mann, Thomas: Der kleine Herr Friedemann  
  295. Mann, Thomas: Der Tod                                                      
  296. Mann, Thomas: Der Wille zum Glück
  297. Mann, Thomas  Enttäuschung  
  298. Mann, Thomas:  Gefallen
  299. Mann, Thomas:  Mario und der Zauberer
  300. Mann, Thomas: Tonio Kröger
  301. Mann, Thomas: Tristan 
  302. Márai, Sándor: Die Glut
  303. Maraini, Darcia: Die stumme Herzogin
  304. Maraini, Dacia: Der Zug in die stille Nacht 
  305. Maraini, Dacia: Gefrorene Träume
  306. Marc, Maria: Mein Leben mit Franz Marc
  307. Marciano, Francesca: Stimmen aus Glas       
  308. Marquez, Gabriel - Garzia: Die Liebe in den Zeiten der Cholera 
  309. Marquez, Gabriel – Garzia: Hundert Jahre Einsamkeit#
  310. Mason, Simon: Mondpicknick
  311. Mary und Charlie Dickens: Unser Vater Charles Dickens  
  312. Mazzantini, Margaret: Das Meer am Morgen 
  313. McCarten, Anthony: Hand aufs Herz                              
  314. McCarthy: Die Straße
  315. McCullers, Carson: Das Herz ist ein einsamer Jäger 
  316. McCullers, Carson: Die Autobiografie
  317. McCullers, Carson: Die Ballade vom traurigen Café
  318. McCullers, Carson: Frankie
  319. McCullers, Carson: Spiegelbild im goldenen Auge
  320. McCullers, Carson: Uhr ohne Zeiger
  321. McEwan, Ian: Abbitte
  322. McEwan, Ian: Der Tagträumer
  323. McEwan, Ian: Der Zementgarten
  324. McEwan, Ian: Kindeswohl
  325. Menasse, Eva: Vienna
  326. Mercier, Pascal: Lea
  327. Mercier, Pascal: Nachtzug nach Lissabon
  328. Meyerhoff, Joachim: Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke (3)
  329. Meyerhoff, Joachim: Alle Toten fliegen hoch (Amerika) (1)
  330. Meyerhoff, Joachim: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war (2)
  331. Meyers, Randy Susan: Heute und in Ewigkeit
  332. Michaels, Anne: Fluchtstücke
  333. Michener, James A. / Dresden, Pennsylvania
  334. Min; Anchee: Madame Mao
  335. Modiano, Patrick und Jean-Jaques Sempé: Catherine, die kleine Tänzerin
  336. Moehringer, J. R.: Knapp am Herz vorbei
  337. Moehringer, J. R.: Tender Bar  
  338. Moers Walter: Das Labyrinth der Träumenden Bücher                                                                                  
  339. Moers, Walter: Die Stadt der träumenden Bücher                                           
  340. Moers, Walter: Ensel und Krete
  341. Mommsen, Janne: Zwischen den Bäumen das Meer
  342. Moreira, de Sá Régis 
  343. Morten, H. Olsen: Das Kind aus dem Moor
  344. Morpurgo, Michael: Nur Meer und Himmel
  345. Mouawad, Wajudi: Verbrennungen 
  346. Moyes, Jojo: Ein ganzes halbes Jahr 
  347. Moyes, Jojo: Weit weg und ganz nah
  348. Müller, Herta: Atemschauel
  349. Murakami, Haruki: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
  350. Murakami, Haruki: Die unheimliche Bibliothek                                            
  351. Murakami, Haruki: IQ84, BD1                                                                        
  352. Murakami, Haruki, IQ84, BD2                                                                         
  353. Murakami, Haruki, IQ84 , BD 3
  354. Murakami, Haruki: Kafka am Strand
  355. Murakami, Haruki: Mister Aufziehvogel
  356. Murakami, Haruki: Naokos Lächeln
  357. Murakami, Haruki: Schlaf 
  358. Murakami, Haruki: Sputnik Sweetheart
  359. Murakami, Haruki: Südlich der Grenze, westlich der Sonne 
  360. Murakami, Haruki: Tanz mit dem Schafsmann
  361. Murgia, Michaela: Accabadora                                                                         
  362. Nasifi, Azar: Die schönen Lügen meiner Mutter  
  363. Nasifi, Azar: Lolita lesen in Teheran 
  364. NDiaye, Marie: Drei starke Frauen
  365. NDiaye, Marie: Rosie Carpe
  366. Neutsch, Erik: Spur der Steine
  367. Nicholls, David: Zwei an einem Tag
  368. Niffenegger, Audrey: Die Frau des Zeitreisenden
  369. Nissenson, Hugh: Tage der Ehrfurcht
  370. Nyerges, Andras: NICHTVORDEMKIND                                                     
  371. Obama, Barack: Ein amerikanischer Traum 
  372. Oberthür Irene: Mein fremdes Gesicht 
  373. Obreht, Téa: Die Tigerfrau                                                  
  374. Obst, Anjs: China
  375. O´Faolein, Nuala: Nur nicht unsichtbar werden
  376. Olsen Adler, Jussi: Das Alphabethaus
  377. Olsen Adler, Jussi: Erbarmen
  378. O`Riordan, Kate: Der Junge im Mond
  379. Ortheil, Hanns Josef: Das Kind, das nicht fragte 
  380. Ortheil, Hanns Joseph: Die Erfindung des Lebens
  381. Osorio, Elsa: Mein Name ist Luz
  382. Oster, A. Uwe: Friedrich der II / Sein Leben war das traurigste der Welt
  383. Oz, Amos: Der dritte Zustand
  384. Oz, Amos: Judas
  385. Pamuk, Orhan: Das stille Haus
  386. Pamuk, Orhan: Istanbul  
  387. Pamuk, Orhan: Schnee
  388. Patchett, Ann: Familienangelegenheiten
  389. Peetz, Monika: Die Dienstagsfrauen
  390. Peju, Pierre: Die kleine Kartäuserin
  391. Pennac, Daniel: Wie ein Roman                             
  392. Peters, Veronika. Klosterjahre 
  393. Petro, Ricardo Joao: Wohin der Wind uns weht                                       
  394. Pisani, Liaty: Das Tagebuch der Signora 
  395. Porter, Ann: Mord auf der Buchmesse
  396. Precht, Richard David: Tiere denken
  397. Priess, Ursula: Mitte der Welt 
  398. Prose, Francine: Lügen auf Albanisch
  399. Proulx, Annie: Schiffsmeldungen
  400. Proust, Marcel: Die Flüchtige                                                            
  401. Proust, Marcel: Unterwegs zu Swann 
  402. Proust, Marcel: Im Schatten junger Mädchenblüte
  403. Proust, Marcel: Guermantes 
  404. Proust, Marcel: Sodom und Gomorrha
  405. Proust, Marcel: Die Gefangene
  406. Proust, Marcel: Die wiedergefundene Zeit
  407. Pullinger, Kate: Eine Liebe in Luxor    
  408. Quigley, Sarah: Der Dirigent
  409. Rahiqi Amir: Stein der Geduld
  410. Rakoff, Joanna: Mr. Salinger
  411. Remarque, Erich Maria: Arc de Triomphe
  412. Remarque, Erich Maria: Der schwarze Obelisk
  413. Remarque, Erich Maria: Drei Kameraden
  414. Remarque, Erich Maria: Ein militanter Pazifist
  415. Remarque, Erich Maria: Im Westen nichts neues
  416. Remarque, Erich Maria: Liebe Deinen Nächsten
  417. Remarque, Erich Maria: Zeit zu leben und Zeit zu sterben 
  418. Reski, Petra; Ein Land so weit
  419. Richle, Urs: Das taube Herz
  420. Robathan, Magali: Die Frau von Shearwater Island
  421. Rodenberg, Hans-Peter: Ernest Hemingway                                              
  422. Roger, Marie-Sabine: Das Labyrinth der Wörter
  423. Roth, Philip: Amerikanisches Idyll                                           
  424. Roth, Philip: Die Demütigung   
  425. Roth, Philip: Der menschliche Makel
  426. Roth, Philip: Nemesis
  427. Rovira, Alex, Frances Miralles.: Einsteins Versprechen
  428. Rowling, Joanne K.: Harry Potter und der Stein der Weise
  429. Ruge, Eugen: Follower
  430. Ruge, Eugen: In Zeiten des abnehmenden Lichts
  431. Sacks Oliver: Das innere Auge
  432. Sacks Oliver: Der einarmige Pianist
  433. Sacks Oliver: On the move: Mein Leben
  434. Safier, David: Jesus liebt mich
  435. Safier, David: Muh!
  436. Safier, David: Plötzlich Shakespeare
  437. Said, Kurban: Ali und Nino
  438. Salinger, Jerome David: Der Fänger im Roggen
  439. Sankovitch, Nina: Tolstoi und der lila Sessel
  440. Stanisic, Sasa: Fallensteller
  441. Savage, Sam: Ein Rattenleben
  442. Schalansky, Judith: Der Hals der Giraffe 
  443. Schiller, Friedrich: Die Räuber  
  444. Schiller, Friedrich: Kabale und Liebe
  445. Schirach von, Ferdinand: Verbrechen
  446. Schlingensief, Christof: So schön wie hier kanns im Himmel nicht sein
  447. Schroeder, Bernd: Mutter & Sohn
  448. Scotti, Paulo: Unwirkliche Bewohner                                                
  449. Schwarzer, Alice: Die große Verschleierung
  450. Seebauer, Beate: Herzenspfade
  451. Seebauer, Beate: Wann darf ich dich gehen lassen-Wenn Tiere sterben.
  452. Seghers Anna: Jans muss sterben
  453. Sellou, Abdel: Einfach Freunde
  454. Sewell, Kitty: Zeit der Eisblüten
  455. Shpancer, Noam: Der gute Psychologe
  456. Shreve, Anita: Das erste Jahr ihrer Ehe
  457. Shreve, Anita: Eine Hochzeit im Dezember
  458. Shreve, Anita: Weil sie sich liebten                                                
  459. Siji, Dai: Mao und der Pirol im Käfig  
  460. Simonson, Helen: Mrs. Alis Leidenschaft
  461. Skarmeta, Antonio: Mit brennender Geduld
  462. Sloan, Robin: Die sonderbare Buchhandlung des Mr. Penumbra 
  463. Steinberg, Jnathan: Deutsche, Italiener und Juden
  464. Stefansson, Jó Kalman: Das Knistern in den Sternen
  465. Stefansson, Jó Kalman: Verschiedenes über Riesenkiefern und die Zeit
  466. Stern, Carola: Doppelleben
  467. Stern, Carola: Kommen Sie, Cohn
  468. Stockett, Kathryn: Gute Geister 
  469. Strittmatter, Erwin: Der Laden I 
  470. Strittmatter, Erwin: Der Laden II  
  471. Strittmatter, Erwin: Der Laden III
  472. Stroksnes, Morten A.: Das Buch vom Meer
  473. Strout, Elizabeth: Amy und Isabelle 
  474. Strout, Elizabeth: Mit Blick aufs Meer 
  475. Süskind, Patrick: Die Geschichte von Herrn Sommer                   
  476. Suter, Martin: Der Koch
  477. Suter, Martin: Die dunkle Seite des Mondes 
  478. Suter, Martin: Ein perfekter Freund
  479. Suter, Martin: Lila, Lila 
  480. Suter, Martin: Small World
  481. Tabucchi, Antonio: Tristano stirbt  
  482. Tartufari, Clarice: Ihr sehnlichster Wunsch 
  483. Thackeray – Makepeace, William: Jahrmarkt der Eitelkeit  
  484. Tesich, Steve: Ein letzter Sommer                                 
  485. Tiziano, Terzani: Asien, mein Leben      
  486. Tiziano, Terzani: Das Ende ist mein Anfang 
  487. Tolkien; John, Ronald, Reuel: Der Herr der Ringe, BD 1
  488. Tolkien; John, Ronald, Reuel: Der Hobbit
  489. Tolkien; John, Ronald, Reuel: Der Hobbit / Das Buch zum Film
  490. Tolstoi, Leo N.: Der Tod von Iwan Iljitsch
  491. Tolstoi, Leo: Die Kreutzersonate
  492. Tolstoi, Leo N.: Kindheit und Jugend
  493. Torberg, Friedrich: Der Schüler Gerber
  494. Tsukiyama, Gail: Die Straßen der tausend Blüten
  495. Twain, Mark: Bummel durch Europa
  496. Twain, Mark: Das Tagebuch von Adam und Eva
  497. Twain, Mark: Die Abenteuer Tom Sawyer und Huckleberry Finn
  498. Twain, Mark: Die schreckliche deutsche Sprache
  499. Twain, Mark: Eine Bluttat, ein Betrug, und ein Bund fürs Leben 
  500. Twain, Mark: Post aus Hawai 
  501. Twain, Mark: Reise durch Deutschland
  502. Uddenberg, Nils: Die Katze, die kam, um zu bleiben
  503. Utschakowski, Jörg: Vom Erfahrenen zum Experten
  504. Verghese, Abraham: Rückkehr nach Missin
  505. Vermes, Timur: Er ist wieder da
  506. Verne, Jules: Reise um die Erde in 80 Tagen
  507. Verne, Jules: Reise zum Mittelpunkt der Erde
  508. Veronesi, Sandro: Stilles Chaos
  509. von Droste Julia: Die Seidenrose
  510. von Sternburg, Wilhelm: Als wäre alles das letzte Mal 
  511. Voltaire: Candide oder der Optimist     
  512. Vorhoeve, Anne C.: Einundzwanzigster Juli       
  513. Walther, Martin: Buchland
  514. Walther, Peter: Hans Fallada
  515. Walls, Jeannette: Schloss aus Glas  
  516. Walls, Jeannette: Ungezähmtes Leben
  517. Walser, Martin: Muttersohn  
  518. Walser, Alissa: Am Anfang war die Nacht Musik 
  519. Wassermann, Jakob: Faber oder die verlorenen Jahre 
  520. Weigand, Sabine: Die Markgräfin
  521. Wells, Benedict: Becks letzter Sommer
  522. Wells, Benedict: Spinner
  523. Wells, Benedict: Vom Ende der Einsamkeit
  524. Westerwelle, Guido: Zwischen zwei Leben
  525. Willemsen, Roger: Kleine Lichter
  526. Williams, Jenny: Mehr Leben als eins (zu Rudolf Ditzen alias Hans Fallada) 
  527. Williams, John: Nichts als die Nacht
  528. Winkler, Philipp: Hool     
  529. Winterberg, Sonya: Wir sind die Wolfskinder - Verlassen in Ostpreußen
  530. Wohlleben, Peter: Das geheime Leben der Bäume
  531. Wohlleben, Peter: Das Seelenleben der Tiere                                 
  532. Wolf, Christa: Nachdenken über Chrtista W. 
  533. Woolf, Virginia: Mrs. Dalloway
  534.  Wu, Emily: Feder im Sturm 
  535. Yalom, Irvin D.: Das Spinoza-Problem
  536. Yoshimoto, Banana: Lebensgeister
  537. Yousafzai, Malala: Ich bin Malala
  538. Zafón, Carlos Ruiz: Das Spiel des Engels
  539. Zafón, Carlos Ruiz: Der Schatten des Windes
  540. Záfon, Carlos Ruiz: Marina
  541. Zahno, Daniel: Die Geliebte des Gelatiere
  542. Zapata, Correas: Isabel Allende-Mein Leben, meine Geister   
  543. Zeh, Juli: Corpus Delicti 
  544. Zehrer, Claus Cäser: Das Genie    
  545. Zhu, Xiao-Mei: Von Mao zu Bach
  546. Zola, Emile: Das Paradies der Damen
  547. Zusak, Markus: Die Bücherdiebin 
  548. Zweig, Stefan: Brennendes Geheimnis
  549. Zweig, Stefan: Die Schachnovelle
  550. Zweig, Stefan: Sternstunden der Menschheit
  551. Zweig, Stefanie: Das Haus in der Rothschildallee 
  552. Zweig, Stefanie: Die Kinder in der Rothschildallee
  553. Zweig, Stefanie: Heimkehr in die Rothschildallee 
  554. Zweig, Stefanie: Irgendwo in Deutschland  
  555. Zweig, Stefanie: Nirgendwo war Heimat